Auf den Spuren von Franziskus und Klara
Abtsteinach, 04.11.2017
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04.11.2017 04:13
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Leserbrief
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Abtsteinach. „Endlich der Aufbruch“ – mit diesem Satz beginnt der spirituelle Reiseführer, den Pfarrer Christian Stamm und Gemeindereferentin Martina Mohr für die zweite Pilgerfahrt der Pfarrgruppe Abtsteinach nach Assisi zusammengestellt hatten. Und doch bringt er genau das zum Ausdruck, was alle Teilnehmer empfunden haben: Nach Monaten der Vorbereitung reisten 18 Teilnehmer zu den Wirkungsstätten des heiligen Franziskus und der heiligen Klara: Assisi. Dass es sich nicht um eine Urlaubs- oder Vergnügungsfahrt handelte, wurde schon vor der Abfahrt deutlich: Eine Pilgerfahrt ohne Reisesegen ist undenkbar. Stetiger Reisebegleiter war die Mappe, gefüllt mit Liedern und Kanons, Reiseführer, Gebeten und Psalmen und auf den Tag abgestimmte Evangelientexte.

Nachdem der Anreisetag mit einer kleinen Reflektion zu Ende ging, wurde die Hauskapelle des kleinen Hotels zum Ort für den täglichen Morgenimpuls nach dem Frühstück und der Reflektionsrunde nach dem Abendessen. Beide fanden in einer stillen und entspannten Atmosphäre statt und wurden abwechselnd von Pfarrer Stamm und Martina Mohr gestaltet, wobei auch immer einige Lieder und Kanons aus der Liedermappe gesungen wurden.

Der darauffolgende Sonntag stellte den eigentlichen Beginn der Pilgerfahrt dar. Den Anfang machte ein feierlicher Gottesdienst in der Hauskapelle des Hotels, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig das „Tau“ überreichten, verbunden mit dem franziskanischen Gruß und Wunsch „Pace e bene“ (Friede und Heil).

Danach ging es zu der gut erhaltenen und die Stadt überragenden Festung Rocca Maggiore. Die Teilnehmer wanderten zur Bischofskirche San Rufino, in der Franziskus und Klara sowie viele ihrer Anhänger getauft wurden. Die nächste Station war die Chiesa Nuova, die aus franziskanischer Sicht deshalb wichtig ist, weil dort das Elternhaus von Franziskus vermutet wird. Nach einer kurzen Rast machten sich die Überwälder auf den Weg zur Portiuncula, einer Kapelle, die Franziskus mit eigenen Händen erbaut hatte und in der er am 3. Oktober 1226 verstarb.

In einem stillen Gedenken verharrten die Teilnehmer unterwegs an der Casa Gualdi, einem Haus, in dem die Aussätzigen der Stadt Assisi untergebracht waren und um die sich Franziskus in besonderer Weise bemühte. In der Abendrunde wurde deutlich, dass es den Pilgern nicht leichtfiel, die vielfältigen Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Der nächste Tag führte die Pilger zu den zentralen Orten ihrer Reise. Zunächst besichtigten sie die Kathedrale San Francesco, in der sich das Grab Franziskus befindet. In einer Führung erklärte Bruder Thoma der Pilgergruppe die Wand- und Deckenmalereien, bevor sie zur Klosteranlage San Damiano aufbrachen, in deren Geschichte Schwester Kathrin die Pilgergruppe mittels Vortrag einführte.

Tiefen Eindruck hinterlassen

Hier gründete Klara im Jahre 1212 den ersten Konvent der Klarissen; hier war der Ort, an dem Franziskus seinen berühmten Sonnengesang verfasste und an dem er nach der Überlieferung von dem byzantinischen Kreuz den Auftrag vernahm, die verfallene Kirche wieder aufzubauen.

Das Original des byzantinischen Kreuzes befindet sich heute in der Basilika Santa Chiara, der letzten Station des Tages. Einen tiefen Eindruck hinterließ vor allem die Krypta der Kirche, in der der Körper der heiligen Klara aufgebahrt ist.

Am nächsten Tag besuchten die Pilger die Klosteranlage von Greccio im Rietital. Dort feierten sie in der kleinen Klosterkirche einen Gottesdienst, den Pfarrer Stamm zelebrierte. Danach ging es weiter nach Poggio Bustone. Ein „Tag der Stille“ schloss sich an. Der vorletzte Tag der Pilgerfahrt wurde zu einem besonderen Erlebnis. Der Weg führte in das Kloster La Verna, den Ort, an dem Franziskus die Wundmale des Erlösers erhalten hat. Die Pilger nahmen am Gottesdienst und der anschließenden Prozession zur Kapelle der Stigmata teil.

Den offiziellen Abschluss der Pilgerfahrt bildete ein Gottesdienst in der Hauskapelle. Nach dem Abendessen trafen sich die 18 Teilnehmer zu einem Gedankenaustausch, bei dem Pfarrer Stamm und Martina Mohr als Dank ein Präsent überreicht wurde. hpe

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