Auftakt zur „Bahnstadt in klein“
Heidelberg, 28.10.2017
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28.10.2017 05:00
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Heidelberg. Die Heidelberger Südstadt verändert weiter ihr Gesicht: Nachdem in den vergangenen Wochen Abbruchbagger die alten Mannschaftsquartiere abgerissen haben, beginnt nun der „Wiederaufbau“ von Mark Twain Village. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat die MTV-Bauen und Wohnen GmbH jetzt mit dem Bau von 680 Wohneinheiten begonnen.

Bis zu 1600 Menschen werden hier voraussichtlich ab Sommer 2019 einziehen. Anfang 2018 beginnt der Verkauf der Eigentumswohnungen. Auch ein Nahversorgungszentrum mit Pflegeheim, Praxen und einer Apotheke entsteht. 187 Millionen Euro werden dort investiert, fasst Peter Bresinski, Geschäftsführer der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH), zusammen. Die städtische Tochter ist neben der Familienheim Heidelberg, der Baugenossenschaft Neu Heidelberg und der beiden Volksbanken Gesellschafter der MTV Bauen und Wohnen.

2021 soll dieser nördliche Abschnitt des Mark Twain Village fertig sein. Vier Architektengemeinschaften aus Heidelberg, Mannheim und Frankfurt hatten sich bei einem Planungswettbewerb durchgesetzt und gestalten die elf neuen Quartiere rechts und links der Römerstraße, zwischen Rhein- und Feuerbachstraße. „Wir verdoppeln hier den Wohnungsbestand nahezu“, macht Bresinski die Dimensionen der „Bahnstadt in klein“ deutlich: Die zuletzt weitgehend leer stehenden rund 60 000 Quadratmeter werden auf belebte 120 000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche verdichtet.

„Wir starten hier mit einem der größten Wohnungsbauprojekte“, freut sich Oberbürgermeister Eckart Würzner, dass „die Vision wahr wird“. 2010 habe er sich noch mit seinem Mannheimer Kollegen Peter Kurz in den USA dafür eingesetzt, dass die Streitkräfte nicht so schnell abziehen - doch dann sei bis 2012 alles sehr schnell gegangen. „Pro Jahr haben uns plötzlich 50 Millionen Euro gefehlt“, verweist er auf die finanzielle Auswirkung, denn pro amerikanischem Bürger erhielt die Stadt einen jährlichen Betrag – und auch die Wirtschaftskraft der Mitbürger fehlte quasi über Nacht.

30 Prozent der Eigentums- und 40 Prozent der Mietwohnungen würden im preiswerten Segment angeboten. Die Stadt hatte die Flächen gekauft, entwickelt und weiterverkauft. In die Infrastruktur investiert die Stadt 80 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zur 320 Millionen Euro teuren Infrastruktur der nicht weit entfernten Bahnstadt zwar deutlich weniger. Aber hier werde auch nicht auf der grünen Wiese, sondern „im Herzen von Heidelberg“ gebaut, sagt Würzner weiter. miro

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