Begegnung mit einer tapferen Frau
Bergstraße, 04.11.2017
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04.11.2017 05:00
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Bergstraße. „Was für eine tapfere Frau!“ Oder: „Wie man nach solch einer Diagnose noch so lebensfroh sein kann“ – einige der anerkennenden Kommentare aus dem Kreise der zahlreichen Gäste der Benefiz-Gala „Krebs hat ein Gesicht“ von Vanessa Weil in der Schriesheimer Weinscheuer Majer. Im Juli 2015 erfährt Vanessa Weil, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch sie beschließt, trotz dieser niederschmetternden Diagnose und düsterer Prognosen nicht zu resignieren, sondern ihr Leben nun gerade besonders aktiv weiter zu führen. „Während meiner Krankheit habe ich viele Menschen verloren, aber auch viele neue kennengelernt, die mich auf dem letzten Lebensabschnitt begleiten“, berichtet sie: „Für mich ist es wichtig, das Thema Tod nicht unter den Teppich zu kehren“, formuliert sie und erhebt zum Zeichen dessen ihr Glas, um mit den Gästen „auf den Moment“ anzustoßen.

Mit ihrem Internetblog „Krebs hat ein Gesicht“ will sie anderen Betroffenen Kraft geben und zeigen: „Auch ein Leben mit Handycap ist lebenswert.“. Um ihnen zu helfen, ruft sie ein Kalender-Projekt mit Fotos von sich ins Leben, dessen Erlös dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg zugutekommt. Nun steht in der Weinscheuer Majer eine Versteigerung der Bilder an.

Die Bilder, die zur Versteigerung anstehen, erzielen fast alle einen dreistelligen Betrag; nur wenige finden keinen Liebhaber und gehen für eine Ausstellung an das NCT nach Dresden. Das Titelbild des Kalenders, das Vanessa mit kahlem Kopf und einen Krebs vor den nackten Oberkörper haltend zeigt, stammt von dem Fotografen Ralf Mack und trägt den Titel „Der Krebs ist ein Teil vor mir, aber ich bin viel mehr als nur der Krebs“. Es erzielt 225 Euro. Das höchste Angebot verbucht das Bild des Fotografen Alexander Hein. Er zeigt Vanessa in farbenfrohem Outfit und Blumengeflecht auf langen blonden Haaren, als sie vor lauter Übermut eine lustige Grimasse schneidet. Ihre Botschaft des Bildes lautet: „Ich versuche, mein Leben farbenfroh und humorvoll zu gestalten – ganz gleich, welche düsteren Wolken aufziehen.“ Hierfür fällt der Hammer bei 525 Euro.

„Ich habe Dich als eine quirlige, lebensbejahende und tapfere junge Frau kennengelernt, die sich nicht vom Schicksal unterkriegen lässt“, richtet sich Vize-Bürgermeisterin Dr. Barbara Schenk-Zitsch an Vanessa Weil: „Von Dir kann man lernen, mit einer tödlichen Krankheit umzugehen, aber auch, über die Endlichkeit des Daseins nachzudenken“, lobt die Medizinerin: „Du lebst im Jetzt. Du hast Dir die Fähigkeit erhalten, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute maximal zu genießen.“ greg

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