Brutal und niederträchtig
23.12.2016
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23.12.2016 05:00
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Leserbrief
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Erneut Treibjagd entlang der L 3111

WN/OZ vom 25. November

Von wegen Halali: Die Treibjagd ist mit die brutalste, gemeinste und niederträchtigste „Jagdform“, die man sich vorstellen kann. Treibjagd ist die Jagdart, bei der das Wild mit einer stärkeren Beunruhigung durch eine Anzahl von Treibern (mit oder ohne frei jagende Hunde) aufgescheucht und den Schützen zugetrieben wird. Horst Stern, ein anerkannter Fachmann, sagt: „Bei einer Treibjagd drücken Hunde das Wild aus dem Wald und die Schützen stehen in wohlüberlegter Position und knallen ab, was rauskommt.“ Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieser Jagdart ist, dass das gejagte Tier Todesangst verspürt und aus diesem Grund aus der Deckung flieht. Aus Gründen der Notwendigkeit wird auf einer Treibjagd ein angeschossener und vom Hund gegriffener Hase erst nach manchmal langer Zeit ganz getötet. So lange ist er voller Todesangst im Anblick seines Todfeindes Mensch gelähmt, von Schmerzen gepeinigt, blutüberströmt oder vielleicht blind. Am Ende wird er dann auch nicht etwa sofort erschossen. Nein, an den Hinterbeinen wird er hochgezogen und mit einem Knüppel oder der Handkante des Waidmannes oder seiner Helfer wird ihm das Genick gebrochen. Man muss solch eine von panischer Angst geschüttelte, geschundene Kreatur einmal gesehen und durch das Johlen der Treiber hindurch ihre markerschütternden Schreie gehört haben, um ein neues Verständnis von Waidwerk und auch von Waidgerechtigkeit zu bekommen. Für ein Hobby, bei dessen Ausübung Tierquälerei eine „unvermeidbare Erscheinung“ ist, findet sich in der modernen, vernunftorientierten Gesellschaft des Computerzeitalters kein Platz mehr: Und vernünftig ist im Zweifelsfall immer das Lebenlassen, keineswegs das Töten.

Dr. Peter Hawe, Weinheim

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