Da zählt nur der Gewinn
17.02.2017
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17.02.2017 05:00
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Leserbrief
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Thema: Windpark Stillfüssel

Am 5. Februar habe ich mir das Windparkprojekt Stillfüssel in Wald-Michelbach angeschaut. Ich war erschrocken, wie viel intakte, unberührte Natur dafür geopfert werden soll, oder anders ausgedrückt, wie viele Bäume für diese Projekt gefällt werden müssen. Und das soll erst der Anfang für Hunderte weitere Windräder im Odenwald sein. Das heißt also, im Odenwald sollen große Flächen intaktes Waldgebiet für die Erzeugung von Ökostrom geopfert werden. Ein regionaler Ökostromanbieter und Investoren treiben die Projekte voran und versuchen, die vom Staat ausgewiesenen Vorranggebiete für ihre Profite zu erschließen. „Öko“ heißt, größten Wert auf den Umweltschutz legen.

Dass Investoren darauf keine Rücksicht nehmen, kann man sich denken, da zählt nur der Gewinn. Aber dass ein Ökostromanbieter im großen Stil Natur zerstören will, um Ökostrom zu erzeugen, ist ein absoluter Widerspruch seinem eigenen Anspruch gegenüber. Windräder kann man auch auf Flächen stellen, wo man keine Bäume fällen muss. Solche Flächen gibt es in Deutschland auch in höheren Lagen. Die Erreichbarkeit sollte auch ein Aspekt sein. Zudem bringen Windräder nur gute Ergebnisse in windreichen Gegenden wie an der See.

Ich konnte selbst den größten Windpark Europas in Südspanien bei Tarifa sehen. Dort haben sich die Windräder so schnell gedreht, dass man Angst haben musste, ob die Anlagen das baulich überhaupt aushalten.Dass die Politik diesen Wildwuchs von Windrädern ohne jegliche Rücksicht auf die Zerstörung von intakten, schützenswerten Naturflächen und auf Tiere vorantreibt, empfinde ich als eine Schande und ein grobes Vergehen gegenüber dem Naturschutz. Sie wollen erneuerbare Energie herstellen und zerstören die Natur dafür. Darüber hinaus passen diese Windräder auf den Höhen der bewaldeten Berggipfel des Odenwalds überhaupt nicht ins Bild dieser schönen Landschaft. Dem Bürger soll zudem noch der Wertverlust von Häusern und Grundstücken aufgebürdet werden. Den Investoren ist das egal, die werden wahrscheinlich die Gewinner sein. Der Staat unterstützt wieder einmal die Falschen. Die Bürgerinitiativen kämpfen rund um die Uhr um jeden Baum und um jedes Tier. Es bleibt wohl nur zu hoffen, dass es immer mehr werden, die sich diesem Protest anschließen. Solch einen Ökostrom will ich nicht.

Richard Gölz, Wald-Michelbach

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