Ein Schnäppchen
03.02.2017
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03.02.2017 05:00
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Leserbrief
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Leserbriefe zur Windindustrie

WN/OZ vom 21. Januar

Darf ich dem Leserbrief zur angeblichen Profitgier der Windenergie folgende Fakten entgegensetzen: Unser Ex-Wirtschaftsminister, und im Übrigen auch die meisten anderen zuständigen Minister zuvor, haben die Preisgestaltung der Energiewende äußerst geschickt eingefädelt. Sämtliche Kosten, die sich durch die Energiewende ergeben, werden auf die Verbraucher umgelegt. Und das bekanntlich nur auf die Kleinverbraucher, denn die energieintensiven Betriebe werden allesamt verschont. Selbst Verkehrsbetriebe, die in keinerlei Konkurrenz zu internationalen Konzernen stehen, bekommen großzügigst die Ausnahmegenehmigungen zur EEG-Abgabe erteilt. Bezahlen müssen dies die kleinen Verbraucher und somit die Allgemeinheit. Da schäumt dann der gemeine Stromkonsument und schiebt die Preiserhöhung durch EEG- und Netzumlage gerne wohlwollend auf die „bösen“ Windkraftakteure, wobei ihm die Politik gezielt Sand in die Augen streut. Wie war es denn mit der Atombranche? Dort hat man aus Steuermitteln bisher seit 1961 an die 300 Milliarden Euro großzügig investiert und damit die Aktionäre der vier großen Energiekonzerne auf Jahrzehnte prächtig verdienen lassen.

Jetzt jammern die armen Konzerne, weil sie über 23 Milliarden Euro für den Rückbau der AKW bereitstellen sollen. Was aber jeder weiß, es wird weitere 100 Milliarden Euro oder mehr bedürfen, um die Abfälle über Jahrhunderte sicher lagern zu können. Dies natürlich wieder auf dem Rücken der künftigen Steuerzahler. Selbst die Asse-Sanierung mit momentan 4 Milliarden Euro wird wieder den Steuerzahlern aufgebürdet. Allein die bisherigen Subventionen für den Atomstrom lassen den kWh-Preis für Kernenergie auf über 60 Cent/kWh schnellen. Mit den künftigen Kosten sind schnell fast 1 Euro/kWh erreicht. Da sind doch die knapp 30 Cent/kWh für die Erneuerbaren ein wahres Schnäppchen, denn in diesen Preisen ist natürlich schon der Netzausbau beinhaltet, der in den Kernenergiepreisen noch fehlte. Wenn man nun noch Kosten durch Strahlenopfer im Umkreis der AKW, aber auch die Kosten für die Umwelt durch Kohlekraftwerke betrachtet, kann es gar keine Alternative zu den Erneuerbaren geben, gerade wegen der günstigen Kostenbilanz. Also bitte erst das Hirn einschalten und dann auf die Windindustrie wettern, wenn danach noch Grund dazu sein sollte.

Thomas Becker, Hemsbach

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