Eine Mammutaufgabe
28.01.2017
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28.01.2017 05:00
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Leserbrief
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Amerika zuerst, Amerika zuerst

WN/OZ vom 21. Januar

„Amerika zuerst“!? Einen Tag nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump sind weltweit Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Trumps unversöhnliche, düster-aggressive Antrittsrede im Stil seines Wahlkampfes mobilisierte anscheinend viele Menschen noch zusätzlich. In ersten Schätzungen war von 2,5 Millionen Protestlern weltweit die Rede. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. Ich erinnere aber auch an seinen völlig geschmacklosen und äußerst herabwürdigenden TV-Auftritt gegenüber Menschen mit Behinderung. Ein öffentlicher Beleg dafür, wie dieser Mann tickt.

Sorry, aber meiner Meinung nach konnte er sich nicht widerwärtiger, menschenverachtender und niveauloser präsentieren. Auch dass er am Abend seiner Vereidigung nichts Besseres zu tun hatte, als die Politik seines Vorgängers Barack Obama rückgängig zu machen. So unterschrieb er in einer seiner ersten Amtshandlungen eine Anordnung, mit der die Versicherungspflicht für alle und damit die flächendeckende Gesundheitsvorsorge in den USA abgeschafft werden könnte. Ich denke, dass unser erster Reichskanzler Otto von Bismarck (1871 bis 1890), bereits damaliger Erschaffer des ersten Sozialversicherungssystems im Deutschen Reich, sich deswegen im Grabe umdrehen wird!

Zu Trump befragt sagte Papst Franziskus, man werde sehen, was er als US-Präsident tue, dann werde er sich seine Meinung bilden. Gleichzeitig warnt das Kirchenoberhaupt vor vermeintlichen Heilsbringern und Nationalismus auch in Europa und fügte an: „Darin liegt die Gefahr.“ Das Urteilsvermögen würde in Krisenzeiten nicht funktionieren, von daher seien Dialoge in solchen Zeiten immens wichtig. Doch finden zurzeit eigentlich überhaupt noch vernünftige Dialoge und demokratische Diskussionen statt?

Wenn wir uns beispielsweise die jüngsten Geschehnisse in der Türkei und die europaweiten IS-Aktionen vor Augen führen, bezweifle ich dies doch sehr. Europa in Zeiten der Zusammenhalts-, Finanz- und Flüchtlingskrise muss nun offensichtlich auch noch zusätzlich mit dem politischen und damit verbunden auch wirtschaftlichen Gegenwind der USA rechnen. Eine Mammutaufgabe für die in diesem Jahr gewählte Bundesregierung.

Armin Barth, Gorxheimertal

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