Eine frostige Spezialität
Landau/Heppenheim, 10.01.2017
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10.01.2017 05:00
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Landau/Heppenheim. Der erste Eiswein seit vier Jahren – dafür ist Familie Hochdörffergerne früh aufgestanden. Man habe Bekannte zusammengetrommelt und sei gegen Viertel nach fünf Uhr in den Weinberg gezogen, erzählt Winzerin Lieselotte Hahn-Hochdörffer. Dort hatte die Familie auf einem Viertelhektar Silvaner-Trauben hängenlassen. Nicht mit der Maschine, sondern mit den Händen gingen sie zu Werke, um die gefrorenen Trauben zu ernten.

Die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage haben den Winzern der Region in die Hände gespielt – am Samstag auch an der Bergstraße. Am Maiberg in Heppenheim-Erbach zog Familie Rothermel mit ihren Helfen durch die Weinberge. Eiswein gilt als Spezialität aus nördlichen Anbaugebieten. Erst bei einer Temperatur von minus sieben Grad oder tiefer ist die Lese möglich, dann sind die Trauben durchgefroren. Gleichzeitig dürfen sie aber auch nicht zu lange am Rebstock bleiben. Bei den Hochdörffers in Landau-Nußdorf hatte es in den vergangenen Jahren nicht geklappt. „Wir hatten die Hoffnung für dieses Jahr schon fast aufgegeben“, erzählt Lieselotte Hahn-Hochdörffer. „Nun sind wir wirklich glücklich.“ Der Lohn ist ein Wein mit besonderem Geschmack. Das in den Trauben enthaltene Wasser ist zu Kristallen gefroren, es bleibt als Eis auf der Kelter zurück. Der Most dagegen hat es in sich. „Darin konzentrieren sich Zucker, Fruchtaromen und Säuren“, sagt Lieselotte Hahn-Hochdörffer. Die Ernte habe mit rund 150 Grad einen hohen Oechsle-Wert. fab

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