Entmündigte Bürger
28.01.2017
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28.01.2017 05:00
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Leserbrief
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Thema: Windkraft im Odenwald

80 Prozent der Bevölkerung befürwortet die Energiewende. Dieses Ergebnis – denn wer ist nicht für eine Energiewende – verleitet die Politik dazu, das Thema bis zu den Wahlen möglichst zu vermeiden. Es ist allerdings fraglich, ob ihnen das gelingen wird. Schon im August 2016 berichteten die führenden Tageszeitungen und die ARD, basierend auf den Daten aus dem Wirtschaftsministerium und von Physikprofessoren von der Uni Heidelberg, dass es eine Illusion sei, mit Windkraft eine Energiewende zu erreichen. Kein empörter Aufschrei der Politik, auch nicht von der Windkraftlobby. Stattdessen im September Wiederholungen alter Behauptungen, zum Beispiel von Peter Stefan (CDU), die Windkraft leiste einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und könne die Atomkraft ersetzen.

Im Dezember 2016 wird der Denkmalschutz in Hessen auf die Windkraftlobby zugeschnitten. Ebenso wird im Dezember 2016 in Berlin ein verwässertes Naturschutzgesetz eingebracht und die Regionalversammlung hat (auch im Dezember) für 500 Windräder im Odenwald Vorranggebiete ausgewiesen. Als krönender Höhepunkt wurden noch schnell am 30. Dezember zwei Windparks im vorderen Odenwald vom Regierungspräsidium in Darmstadt genehmigt. 2017 beginnt also eine neue Zeitrechnung für unseren Odenwald. Dieser droht, wie im Hunsrück zu besichtigen, in eine große Industriezone umgewandelt zu werden. All dies passiert im Rahmen der Gesetze und Vorschriften, welche die Politik der Windkraftlobby zu Füßen gelegt hat.

Die Bürger haben in diesem System keine Stimme mehr, sie sind gänzlich entmündigt, aber alles ist völlig legal. Nicht zu fassen, dass so etwas in unserer Demokratie möglich ist.

Glauben die Politiker in den Kommunen, im Land- und Bundestag wirklich, dass die Odenwälder tatenlos zusehen werden, wie ihre Landschaft zerstört wird? Wenn sie begreifen, was die Windkraft tatsächlich zu leisten vermag, wird es mit dem Konsens vorbei sein, und das bundesweit. Noch gibt es kein Grundrecht auf Profit für einige wenige zu Lasten von uns Stromkunden, die für die erneuerbaren Energien jährlich 25 Milliarden aufbringen müssen. Wann endlich geht die Politik ehrlich mit ihren Bürgern um und stellt sich den Realitäten? Ein schneller Ausstieg aus der EEG Subvention ist dringend geboten.

Stefan Grandy, Birkenau

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