„Entsorgen und Jagen“?
28.10.2017
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28.10.2017 05:00
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Leserbrief
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Thema: Aussagen von Gauland

Zwei Aussagen von Herrn Gauland, dem Anführer der AfD, sollten – besonders auch seinen Anhängern – sehr zu denken geben. Er sagte über die Integrationsbeauftragte Aydan Özogul, man solle sie in Anatolien „entsorgen“. Und über sein Engagement für die Zeit nach der Wahl versprach er, Frau Merkel, oder wen auch immer, zu „jagen, jagen, jagen“.

Das waren sicher nicht zwei spontane Wahlkampfäußerungen, sondern ganz konkrete programmatische Aussagen dieses Repräsentanten der AfD. Was meint Gauland damit, wenn er einen Menschen entsorgen will, wie stellt er sich das vor? Abfall oder Müll wird entsorgt, aber Menschen? Vielleicht meint Herr Gauland ja aber auch „Endsorgung“ oder „Endlagerung“? An welche Jagdgenossen denkt er, wenn er zur Jagd auf ihm unliebsame Menschen aufruft?

Wer wird sich berufen und motiviert fühlen, diesem Jagdaufruf zu folgen? Und wie sieht diese Jagd denn konkret aus? Sprache lässt oftmals tief blicken. Man sollte eigentlich froh sein, dass Herr Gauland so offenherzig ist. Weiß man doch nun, was dieser Herr und seine Gefolgsleute in der Politik der kommenden Jahre wirklich ändern wollen. Wie wird er mit dem Artikel 1 des Grundgesetzes umgehen, zu dem seine Äußerungen ja in schroffem Gegensatz stehen?

Wird er diesen Artikel abschaffen wollen? „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ So sagt es unsere Verfassung. Wie eine Partei oder einzelne Vertreter einer Partei zu diesem Artikel stehen, muss Kriterium und Maßstab für ihre Wählbarkeit sein.

Christoph Stritter, Rimbach

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