Fragen an die Verfasserin
03.02.2017
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03.02.2017 05:00
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Leserbrief
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Leserbrief: Unpassende Kritik

WN/OZ vom 28. Januar

Der Leserbrief von Frau Schmitt darf meiner Ansicht nach so nicht stehenbleiben. Da ich mir von einem Austausch von Argumenten nichts verspreche, möchte ich nur einige Fragen an die Schreiberin stellen:

1. Woher wissen Sie, „was ein großer Teil unserer Bevölkerung denkt“? Dass es einen Prozentsatz von zurzeit deutlich weniger als 20 Prozent AfD-Wähler gibt, die so denken, berechtigt Sie nicht zu der Behauptung, es sei ein großer Teil der Bevölkerung.

2. Wie kommen Sie darauf, dass Herr Höcke sofort „mit unpassender Kritik und Hetze“ bedacht wurde? In den Medien, die ich als seriös ansehe (zum Beispiel WN, FAZ, ARD, ZDF und sicher viele mehr), konnte ich keine Hetze gegen Herrn Höcke feststellen, allerdings wohl gut begründete Kritik. Vielleicht sollten Sie überlegen, bei welchen Quellen Sie sich Ihre Informationen holen, wenn dort gehetzt wird?

3. Wie kommen Sie auf die Idee, in unserem Land würde „das Büßergewand getragen“? Lesen Sie bitte exemplarisch den Bericht (ebenfalls in den WN vom Samstag) über die Veranstaltung der Schüler-AG Geschichte der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und beantworten Sie sich folgende Fragen: Was wurde angesprochen? Was wollten die Schüler aufzeigen? Wo ist die Idee, wir müssten Buße tun? Die Idee vom „Büßergewand? Richtig, es gibt sie nicht! Und Sie werden sie auch in allen anderen Publikationen zum Tag des Gedenkens nicht finden.

4. Wieso ist das Denkmal in Berlin hässlich und unpassend? Könnte es sein, dass Sie mit dieser Bemerkung Ihren persönlichen Geschmack ausdrücken, der aber von anderen nicht geteilt werden muss?

5. Woher wissen Sie, dass viele Straftaten, die Flüchtlinge begehen, „sehr oft gar nicht in die Öffentlichkeit gelangen“? Wenn das so ist, sollten Sie sofort aktiv werden und die Öffentlichkeit mit Zahlen und Fakten aufklären. Da Sie das nicht tun können, wäre es gut, solche Behauptungen zu unterlassen. Pauschal und unseriös zu argumentieren, vergiftet das Klima. Darum sollte niemand auf solche verallgemeinernden „Rundumschläge“ hereinfallen. Denken ist nicht verboten.

Madalena Wiegand, Weinheim

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