Geld unnötig verbraten
04.11.2017
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04.11.2017 04:00
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Leserbrief
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„Gutachteritis“ in Weinheim

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Dennoch scheinen einige im Rathaus ihre Entscheidungen eher aus Angst, als nach rationalem Überlegen zu fällen. So ist erklärbar, dass von dort ständig versucht wird, mit Scheinargumenten Angst in die Bevölkerung hineinzutragen. So wird befürchtet, ein Betrieb könnte sich in einer Nachbargemeinde niederlassen anstatt bei uns. Oder noch schlimmer, ein Betrieb könnte Weinheim verlassen und woanders erfolgreich sein. Dahinter steckt wiederum die Angst, Weinheim würde zu wenig Gewerbesteuer bekommen. Etwas ketzerisch behaupte ich, würde die Stadtverwaltung nicht viel Geld für unnötige Aktivitäten und Gutachten verbraten, bräuchte sie weniger Einnahmen. Wenn man überlegt, wie viel Geld in den letzten Jahren ausgegeben wurde, um die Weinheimer Bevölkerung am Nasenring zu führen. 30 000 Euro kostete die „Gutachteritis“, um die Supereignung der Breitwiesen als Logistikstandort zu „veramtlichen“.

Über 100 000 Euro kostete das Bürgerratsverfahren. Was an Rechtsanwaltskosten zur Verhinderung des Bürgerentscheids ausgegeben wurde, wird sogar dem Gemeinderat nicht mitgeteilt. Rechnet man hinzu, was an Arbeitszeit städtischer Bediensteter dafür verschwendet wurde, kommt alleine für das Thema Breitwiesen locker eine halbe Million Euro zusammen. Ähnlich verhält es sich mit den Sporthallen in den Ortsteilen, die nun doch nicht gebaut werden. Nun wird in der „Hinteren Mult“ gerade so weitergemacht.

Im Verkehrsgutachten dazu ist zu lesen, dass „vermutlich“ nicht so „eklatante Leistungsfähigkeitsengpässe“ auf Multring und Westtangente auftreten werden. Beschwerden über den dortigen Verkehrsablauf lägen nicht vor und die Verkehrsteilnehmer würden hohe Wartezeiten akzeptieren. So ein Unsinn! Was dafür wohl bezahlt wurde?

Jürgen Gulden, Weinheim

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