Hetze gegen alles Soziale
04.11.2017
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04.11.2017 04:00
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Leserbrief
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Leserbrief: Der Kopf ist der Schatz

WN/OZ vom 28. Oktober

Man muss nur lange genug wiederholen, was man die Leute lehren will. Irgendwann glaubt es jeder, da kein anderes Wissen mehr existiert. Denn wir feiern in diesem Jahr 100 Jahre Hetze gegen alles Soziale. Alle Schwierigkeiten liegen wohl eher am Kürzen der Gelder in jeder Ecke und an jedem Ende, schon seit der Kohl-Regierung. Die Farbe der kapitalistischen Einheitsparteien Deutschlands spielt da keine Rolle. Es wird neoliberale Politik verfolgt, die unsere Reserven aufbraucht. So wie sie es jetzt in der Schulpolitik fordern. Die Folgen: Nicht nur in unserem Staat krankt es an allem. Beispiele: Schule, Straßen, vernünftige Arbeitsbedingungen, Gesundheitssystem, Schwimmbäder, Sozialsystem, Renten, Lehrmittel, Lohn, Internetausbau, Pflege, Polizei und so weiter. Herr Meder, vervollständigen Sie die Liste selbst. Oder haben Sie sich mit dem Haushalt der Stadt Weinheim, dessen Schieflage und Hintergründen schon mal beschäftigt?

Gegenbeispiele: Die Privatschulen werden zum großen Teil, meistens weit mehr als zu 95 Prozent, von der Allgemeinheit bezahlt. Sie sind genau das Schulsystem, das Herr Meder anklagt. Wenn es Bedarf an Rettung für Firmen, die in de EU keine Steuern zahlen, gibt, klatschen all unsere Konservativen Beifall, oder wenn ein „Trumpel“ mehr Ausgaben für die Rüstung fordert. Hingegen haben viele Eltern keine Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern, denn die laufen stattdessen dem Geld nach, das sie für ihre Kinder benötigen, um Schulmaterial zu kaufen. Geben wir den Kindern die Möglichkeit, einfach zu lernen. Mit kleinen Klassen, vielen Pädagogen, dem nötigen Geld. Ganztagsschulen, in denen die Kinder nachmittags den Lehrstoff vertiefen können. Mit Kindergärten, die lange geöffnet haben, damit Eltern nicht von der Arbeit in den Hort hetzen müssen, ehe er abschließt. Soll die nächste Generation Vorgegebenes auswendig lernen wie zu Kaisers Zeiten oder lernen, wie man auf immer schneller wechselnde Situationen reagieren kann? Was ist billiger?

Michael Hamburger, Weinheim

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