Hitparade der Steuer
11.02.2017
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11.02.2017 05:00
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Leserbrief
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Was kostet wo wie viel im Weschnitztal?

OZ vom 27. Januar

In der OZ ist wieder einmal die Hitparade der Steuern im Weschnitztal zu finden, allen voran die Grundsteuer B. Spitzenreiter ist Lindenfels mit einem Hebesatz von 680, gefolgt von Rimbach mit 480. Während man den Spitzenwert in Lindenfels mit einigem Verständnis mit der dortigen prekären Haushaltslage erklären kann, ist dies für Rimbach kaum möglich. Betrug der Hebesatz B in Rimbach 2014 noch 320, stieg er in den folgenden Jahren 2015 auf 365 und 2016 auf 420. Nun ist er bei 480 angelangt. Das ist auch mit wenig Fantasie nicht das Ende der Fahnenstange. 50 Prozent Steigerung innerhalb von vier Jahren, das lässt sich sehen. Und jetzt wird es spannend. Jeder der vom Kreisel in Richtung Zotzenbach unterwegs ist, wird das neu entstandene Industriegebiet, ein beispielhaft gegliedertes Juwel industrieller Baukunst, nicht übersehen können. Schafft es doch neue Arbeitsplätze und leistet mit seinem Steueraufkommen einen Beitrag zum Haushalt, was letztlich allen zu Gute kommt. So, oder so ähnlich wurde es uns verkauft. Das Dumme ist nur: So ist es nicht. Tatsächlich musste die Gemeinde in erheblichem Maß für die Erschließung in Vorleistung treten. Wann diese Investitionen einschließlich aller Folgekosten abgeschrieben sein werden, steht in den Sternen. Zu einem Rückgang der Grundsteuer hat es jedenfalls nicht geführt, braucht man doch jeden Euro, um das alles zu finanzieren. Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Unser neues interkommunales Gewerbegebiet muss ja auch noch finanziert werden. Da ist natürlich kein Spielraum für Steuersenkungen. Da können wir schon jetzt die nächste Anhebung der Gemeindesteuern einplanen. Kein Problem, machen wir doch gerne, denn wir werden schon bald als Gegenwert die Verschandelung unserer letzten intakten Flächen in Ortsnähe mit Stützmauern, Hallen, und Hütten jeglicher Art erhalten. Wie sagte unser Bürgermeister bei seinem Antritt: Es ist wichtig, dass jeder Besucher von Rimbach schon am Ortseingang positiv auf unseren Ort eingestimmt wird. Ich nehme an, dass er damit unseren Kreisel, ein weiteres Beispiel gekonnter Landschaftsarchitektur meint, und nicht etwa das geplante interkommunale Gewerbegebiet.

Dr. Siegfried Kremer, Rimbach

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