Jubiläum wird würdig beendet
Mörlenbach, 04.11.2017
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04.11.2017 05:00
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Leserbrief
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Mörlenbach. Am Reformationstag fand in der sehr gut besuchten katholischen St. Bartholomäuskirche in Mörlenbach ein Ereignis einen würdigen Abschluss, das im November letzten Jahres in Reisen begonnen hatte: die Aufführung des Stückes Der Fall Luther(s) – ein Theaterstück nicht nur für Protestanten, von Helmut Kadel. Die Schauspieler wurden mit viel Applaus für ihr Engagement, ihre empathische Darstellung und für ihre Bühnenpräsenz belohnt.

Die Produktion des Cherubstheater stellte den inneren Konflikt Luthers in den Mittelpunkt, der bei seiner Suche nach einem liebevollen Gott immer wieder auch Antworten und Lösungen anbot, die auch falsch verstanden und anders interpretiert werden konnten und so Menschen in Leid und Tod stürzten, wie das Massaker an den aufständischen Bauern zeigt. Die Auswirkungen von Luthers „Gedanken und Überlegungen“ wurde beispielhaft an der verarmten Korbflechterfamilie Katharina, hervorragend gespielt von Annalisa Kadel, und ihres Mannes Michael, dargestellt von Christopher Abb, entfaltet. Nach dem Tod ihrer Kinder ist Katharina von der Frage getrieben, wie es ihren Kindern wohl im Jenseits ergehen werde. Der Handlungsstrang wurde immer wieder unterbrochen bzw. ergänzt um das Gespräch zweier „Besucher“ in Person von Thomas Herdner und Barbara Baier , die mit ihren Frage und Einwänden einen Bezug zur Gegenwart herstellten und zum Nachdenken anregten, aber auch selbstironisch den Autor Helmut Kadel hinterfragten.

Katy Häussler-Kadel vom Cherubstheater dankte Pater Cyril und den Verantwortlichen der Kirchengemeinde dafür, dass die letzte Aufführung des „Luther-Stücks“ in der katholischen Kirche möglich war. Dies zeige auch die guten ökumenischen Beziehungen, die im Weschnitztal gepflegt werden; dies ist aber auch ein Hinweis, dass das 500-jährige Ereignis des Thesenanschlags nicht nur ein besonderes Datum für Protestanten ist.

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