„Keine Kanaken an Bord!“
Mannheim, 02.12.2015
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02.12.2015 01:53
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Leserbrief
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Mannheim. Der Titel ist provokant, das Projekt ehrgeizig: Der Mannheimer Florian Erker, der hauptberuflich seit 2012 Werbefilme produziert, will am 19. und 20. Dezember einen Kurzfilm gegen Fremdenfeindlichkeit drehen. Denn ihn stört, „dass rechtes Gedankengut immer salonfähiger wird“.

Aussagen wie „das wird man wohl noch sagen dürfen“ oder „ich bin ja nicht rechts, aber . . .“ seien Hinweise dafür. Die Hasskommentare, die er nach der Ankündigung des Projektes auf seiner Facebookseite lesen musste, bestärkten ihn in der Überzeugung.

„Keine Kanaken an Bord!“ soll der Film heißen, für den Erker bereits zwei Hauptdarsteller - Christian Birko-Fleming (Mannheim) und Massoud Baygan (Kinder- und Jugend-Theater „Zwinger“ Heidelberg) - gewinnen konnte, die ebenso auf eine Gage verzichten wie die 40 Komparsen. Gedreht wird in Mannheim und Eppingen, hauptsächlich aber unterwegs. Denn ein Reisebus spielt eine zentrale Rolle in den Kurzfilm, mit dem Florian Erker Fragen wie dieser nachgehen will: „Wie rechts bin ich selbst?“

Verdienen will der Filmemacher mit seinem Projekt nichts. Aber er hofft auf Unterstützung von Menschen, die etwas gegen Fremdenfeindlichkeit tun wollen. Deshalb hat er im Internet eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Geld für das Projekt zu sammeln.

Zur Handlung des Films: Der Bus steht sinnbildlich für unser Land. Darin befinden sich skurrile Gestalten, die Persönlichkeiten aus dem aktuellen politischen Geschehen, aber auch Vertreter rechter Bewegungen widerspiegeln. Diese werden durch ihre teils sehr widersprüchlichen Aussagen parodiert. Neben diesen „rechten“ Vertretern befindet sich aber auch der „Gutmensch“ an Bord, der genauso wenig eine Lösung anzubieten hat. Durch einen weiteren Fahrgast, der immer wieder erscheint und verschwindet, erfährt der Protagonist, dass all diese Personen für sein Innenleben stehen.

Er wird von dem ominösen Fahrgast dazu gedrängt, sich an seine Vergangenheit zu erinnern, um schließlich herauszufinden, dass er den Konflikt schon ein Mal als Kind hatte. Er versteht allmählich und lässt die Masken der anderen Fahrgäste fallen, indem er sie bei ihrem Namen nennt: Angst! Doch dann beginnen diese Fahrgäste, ihn zu bedrängen . . . pro

Weitere Infos unter: http://startnext.com/kurzfilmgegenrechts

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