Künstler gibt Einblicke ins Familienleben
Hirschberg/Heddesheim, 17.02.2017
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17.02.2017 04:55
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Hirschberg/Heddesheim. „Meine Inspirationen finde ich zuweilen in urbaner Umgebung, wie in New York City, aber auch in den Alpen und im Himalaya“, erzählte der Künstler Karl Heinz Treiber bei der Ausstellungseröffnung im Alten Rathaus in Heddesheim. Eingeladen hat der Kunstverein Heddesheim, dessen Vorsitzender Bernd Gerstner neben zahlreichen Gästen auch Bürgermeister Michael Kessler und den ehemaligen Hirschberger Bürgermeister Werner Oeldorf begrüßte. Der Bergsträßer Maler und Zeichner Treiber fühlt sich, obwohl in Hirschberg wohnend, Mannheim sehr verbunden.

„Als engagierter Kunstlehrer am Gymnasium in Feudenheim entstehen zwangsläufig Kontakte“, so der eloquente Lehrer. Hartmut Schweizer, selbst Künstler und Kunstbeauftragter der Stadt Walldorf, erläuterte die Arbeiten Treibers ausführlich aus seiner Sicht. „Kunst ist kompliziert, macht sehr viel Arbeit und muss erklärt werden“, meinte Schweizer, der in seiner Rede viele, kleine historische Geschichten einbaute und sich dabei der Sprache des Künstlers bediente.

Er nahm Bezug auf die Bilder, die im Alten Rathaus ausgestellt sind. Viel Raum nahm dabei das Bild „Die fröhlichen Melonenesser“ ein, es bildet das zentrale Hauptwerk der Ausstellung und vermittelt mit farbenfroher Intensität sommerlich, südländisches Wohlgefühl. Darauf zu sehen sind Treibers Ehefrau und seine Tochter. Seine geliebte Familie steht oft im Mittelpunkt seiner Arbeiten, auch Treiber selbst ist auf Bildern zu sehen.

Der Künstler, der auch als Läufer beim Halbmarathon gute Leistungen zeigt, lässt tief in sein Familienleben blicken. In konventioneller Form bedient der Künstler sich seiner selbst als Rückenfigur, um als Betrachter den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. „Ich bespreche Bilder eines Künstlers, der auch als Mensch wertvoll ist“, schildert Schweizer seinen Kollegen. Die Bilder Treibers bestechen durch bewundernswerte Farben, sind kristallin und leuchtend, zeigen Formen und klare Flächen, auch mal fotorealistisch. „Kalte und warme Kontraste heben die Feinheiten der Treiber’schen Technik hervor“, so Schweizer. Die Farbe Blau und blaugrün zeigen bei den Bergbildern den Respekt des wandernden Malers vor der Natur.

Die Rheintochter sieht Schweizer als eine sensibel gemalte Frau, mit dramatischen Lichtkompositionen. Vielfältig sind die Themen, die Treiber auf die Leinwand bringt. Ihn beschäftigt die Metropole New York, die er liebt, die Stille in den Bergen, die er durchwandert. Auch die Welt der Technik hält er fest, widmet dem Thema „Sintflut“ zehn Bilder. „Seine Wutanfälle, wenn die Farbe nicht so will wie er, sind legendär“, verrät Schweizer. Die Dichterin Christiane Hedtke aus Weinheim trug Gedichte vom Frühling und Sommer vor. Zudem zeigte Annalena Sigmund ein Kurzporträt über Karl Heinz Treiber, das sie zuvor für einen TV Sender erstellt hatte. diko

Die Ausstellung ist bis zum 12. März, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr, im Alten Rathaus Heddesheim zu sehen.

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