Leicht widerlegbar
28.01.2017
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28.01.2017 05:00
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Leserbrief
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Leserbrief: Haltlose Behauptung

WN/OZ vom 14. Januar

Ingrid Gathmann unterstellt mir, ich würde „behaupten“, die AfD wolle im Wahlkampf auf sogenannte Social Bots setzen, ohne dass ich dies mit Fakten belegt hätte. Zur Unterfütterung ihrer Position führt Frau Gathmann an, die AfD-Bundesgeschäftsstelle habe ihr „versichert“, dass die AfD derlei Einsätze nicht plane. Ihre Recherchen kann man leicht widerlegen: Die AfD hat mehrfach angekündigt, im Wahlkampf Social Bots einzusetzen. Die Quellen dafür lassen sich mühelos finden – indes vielleicht nicht lediglich durch einen Anruf bei der AfD selber. So kündigte das Bundesvorstandsmitglied und Bundestagskandidatin der AfD aus Baden-Württemberg, Alice Weidel, in einem Spiegel-Interview an: „Selbstverständlich werden Social Bots in unserer Strategie im Bundestagswahlkampf bedacht werden“ (SPIEGEL, Heft 43/2016).

Auch Bundespartei-Vize Alexander Gauland äußerte sich im ZDF-Morgenmagazin am 6. Januar 2017 – am Morgen des Neujahrsempfangs der Grünen – alles andere als eindeutig gegen Roboter im Wahlkampf. Er schloss ihren Einsatz nicht aus und erklärte stattdessen, sich mit dieser Frage bis dato nicht beschäftigt zu haben. Angesichts der derzeitigen Brisanz des Themas und der Debatte hierüber erstaunt es doch sehr, dass sich der stellvertretende Parteichef mit diesem Thema noch nicht befasst zu haben scheint. Die AfD ist bislang sehr oft dadurch aufgefallen, dass sie heftige Parolen und Forderungen raushaut – und schließlich mit dem Argument zurückrudert, so habe man das ja nicht gemeint. Der „Nachbar Boateng“, über den Herr Gauland unlängst schon mal schwadronierte, lässt grüßen. Bei der Frage der Social Bots gibt es bei der AfD, im Gegensatz zu den anderen Parteien, widersprüchliche Aussagen. Das ist Strategie. (Auch) in Sachen Social Bots werden wir die AfD an ihren Taten messen.

Dr. Franziska Brantner, Heidelberg

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