Mann (46) „dringend tatverdächtig“
Weinheim, 09.10.2017
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09.10.2017 17:07
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Weinheim. Dramatische Szenen heute in der Weinheimer Fußgängerzone: Es ist etwa 13 Uhr, viele Schüler sind rund um die Reiterin unterwegs, Mütter mit Kinderwagen, Rentner. Plötzlich dringen Hilfe-Schreie aus dem Lottogeschäft schräg gegenüber der Commerzbank-Filiale, ein Mann (24) kommt heraus, bricht vor der Bank blutüberströmt zusammen. In der Tür steht der mutmaßliche Angreifer (46), ein Messer in der Hand. Schocksekunden. „Man denkt immer, dass man in einer solchen Situation sofort eingreift und hilft, aber ich war sekundenlang wie gelähmt“, sagt einer der Augenzeugen später.

„Ich bring Dich um“

Wenige Minuten später sind schwer bewaffnete Polizisten vor Ort. Der Angreifer wird überwältigt, liegt vor dem Tabakladen auf dem Boden, seine Hände sind auf dem Rücken gefesselt, während sein schwer verletztes Opfer – ein Mitarbeiter des Tabakladens – von Notarzt und Rettungssanitätern versorgt wird.

Als der junge Mann am Dürreplatz auf einer Trage in den Krankenwagen geschoben wird, kommt es zu einem Tumult. „Ich bring Dich um! Ich bring Dich um!“, schreit ein anderer junger Mann, offenbar der Bruder des Opfers, aus vollem Hals in Richtung des mutmaßlichen Täters. Er ist außer sich, zückt ein Messer. Die Beamten reagieren sofort, stellen das Messer sicher, halten den Mann in Schach.

14.15 Uhr, eine Stunde später. Der Tatort zwischen der Bäckerei Grimminger und Juwelier Dagenbach ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Niemand darf jetzt durch, denn die Spurensicherung ist da. Während Kripo-Beamte die Mitarbeiter in den umliegenden Geschäften befragen, macht der Mann im weißen Ganzkörper-Anzug Fotos vom Tatort. Fabio Perfetti, der Besitzer des Tabakladens, ist inzwischen auch vor Ort.

Viele Kunden und Bekannte kommen vorbei, klopfen ihm beruhigend auf die Schulter. Was passiert ist? „Ich weiß es doch selbst nicht“, sagt er. Auch wie es seinem Mitarbeiter geht, hat er noch nicht in Erfahrung bringen können und seinen Laden darf er immer noch nicht betreten. Kopfschütteln bei den Schaulustigen und Passanten. „Es wird immer schlimmer“, sagt ein Mann.

Der 46-jährige dringend Tatverdächtige, so schreibt die Polizei gestern Nachmittag in einer Pressemitteilung, soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. „Die weiteren Ermittlungen, insbesondere zum Tatmotiv, dauern an“, heißt es abschließend.

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