Nach nur sieben Minuten vor Ort
Lindenfels, 21.10.2017
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21.10.2017 05:00
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Lindenfels. Im Ernstfall zählt jede Minute. Ihre Schlagkraft stellten die Feuerwehren aus Schlierbach, Winkel und Eulsbach bei einer gemeinsamen Übung auf einem Betriebsgelände unter Beweis. Die Alarmierung erfolgte um 19.10 Uhr und bereits sieben Minuten später brausten die ersten zwei der insgesamt fünf Fahrzeuge heran. Je sieben Feuerwehrleute aus Eulsbach und Winkel sowie zwölf aus Schlierbach kamen zur Inspektionsübung der Einsatzabteilung an diesem Abend zusammen. Abgenommen wurde die Übung von Stadtbrandinspektor Jürgen Bitsch. Kraft seines Amtes war Bürgermeister Michael Helbig ebenfalls in die Übung eingebunden.

Angenommen wurde ein Feuer in der Werkstatt. Die erste Information für die Brandschützer lautete, es gebe vier Vermisste. Die Schlierbacher Einsatzkräfte standen dicht am Gebäude und begannen schnell, die ersten Schläuche zu verlegen und zu koppeln. „Die Wasserversorgung auf dem Gelände gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht“, sagte Bitsch. Der Hydrant auf dem Gelände stellte sich als defekt heraus und für die Wasserversorgung musste blitzschnell eine andere Lösung her: Das Wasser wurde aus dem offenen Gewässer in der Nähe der Werkstatt entnommen. Die Wegstrecke betrug etwa 400 Meter und sie musste in zweifacher Version in kürzester Zeit aufgebaut werden. Nicht nur der Hydrant war ein Hindernis, mit dem die Kameraden fertig werden mussten, auch das Rolltor gab nur einen engen Spalt frei, um ins Innere des Gebäudes zu gelangen. Gerade für die Atemschutzträger war es ziemlich knifflig sich in voller Ausrüstung und mit der Flasche auf dem Rücken dort durchzuzwängen. Insgesamt waren vier Trupps und damit acht Feuerwehrleute mit einer entsprechenden Ausrüstung unterwegs.

Während die Löscharbeiten auf Hochtouren liefen, dauerte es nicht lange, bis die vermissten Personen gerettet und nach draußen gebracht werden konnten. Die erste Person wurde bereits acht Minuten nach dem Eintreffen der drei Wehren geborgen und die dritte nach 15 Minuten. Trotz intensiver Suche nach dem vierten Vermissten dauerte es noch etwas, bis klar war, dass dieser das Gebäude doch selbstständig verlassen hatte. Auch dieses Szenario lief unter realistischen Bedingungen. Während der Personensuche im Gebäude benutzten die Einsatzkräfte eine Wärmebildkamera zur Unterstützung. „Die Übung ist gut gelaufen, das hat reibungslos geklappt“, sagte der Eulsbacher Wehrführer Dirk Fendrich kurz vor dem Ende. Er war an diesem Abend gleichzeitig Einsatzleiter. Fendrich betonte, dass die drei Wehren im ständigen Austausch seien und weit mehr als eine gemeinsame Inspektionsübung machten. „Das Zusammenspiel erfolgt in verschiedenen Konstellationen und ist deshalb sehr gut“, ergänzte er.

171 Aktive in Lindenfels

Aktuell sind 171 Kräfte in der Einsatzabteilung der Lindenfelser Feuerwehren, damit sind sie vergleichsweise gut aufgestellt. Trotzdem ist bei den Brandschützern jedes neue Gesicht gerne als aktive Unterstützung gesehen. Bestens bewährt hat sich zudem, dass die einzelnen Feuerwehren der Ortsteile nicht zusammengefasst wurden. Das ist wichtig, denn es verkürzt die Wege zum Feuerwehrgebäude und garantiert damit einen schnelleren Einsatz.

Bei der folgenden Manöverkritik bewertete Stadtbrandinspektor Bitsch die Arbeit der Feuerwehrleute als sehr gut und sprach allen ein Lob aus. Die gute Zusammenarbeit und die Trainings der drei Stadtteilwehren haben sich hier wieder einmal gezeigt. Einsatzleiter Fendrich blieb ebenso bei seiner positiven Bewertung. Bürgermeister Helbig dankte den Einsatzkräften und würdigte ihr Engagement zum Wohl der Bevölkerung. Bitsch bewertete die Möglichkeit der besseren Ausleuchtung als sehr hilfreich. Die neueren Fahrzeuge verfügen über eine Beleuchtungsanlage, die bei Einsätzen in der Dunkelheit eine wichtige Hilfe ist.

Zur Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg gehörte nach dem Aufräumen der Abschluss in geselliger Runde. cf

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