Nicht nachgedacht
29.12.2016
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29.12.2016 05:00
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Leserbrief
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Thema: Umgang mit Flüchtlingsthema

Das C im Namen einer Partei steht für den „Gutmenschen“, der die Nächstenliebe als höchstes Gebot für seine Anhänger gelehrt hat. Ist das den Damen und Herren bewusst, die so vehement unsere Kultur verteidigen und bedroht sehen? Ich finde es beschämend, welche Äußerungen zu hören sind gegen Politiker oder andere Personen, weil sie human denken und sich dieser Kultur verpflichtet fühlen. Die die Grenzen schließen wollen, vor Menschen, die vor Krieg und Verfolgung oder auch Verhungern fliehen, haben noch nie Not, geschweige denn Krieg erfahren. Ich kann verstehen, dass man sich erst mal verunsichert fühlen kann, wenn mit den Flüchtenden so viele fremde Kulturen in unserem Land ankommen. Auch dass man erst mal sein eigenes kleines Wohlleben sichern möchte. Doch man kann doch nicht die Augen vor der Existenznot des anderen verschließen. Wie kann man einen Terroristen als das Resultat einer humanen Haltung darstellen? Diese Extremisten waren lange da, bevor wir hier überhaupt bereit waren, sie wahrzunehmen. Nur sie waren nicht hier, sondern weit weg in anderen Kontinenten. Und die Not, die dort herrscht, haben zum Teil auch wir in Gedankenlosigkeit befördert. Wenn hier ein Deutscher eine junge Frau vergewaltigt und ermordet, was oft genug vorkommt und vorkam, dann sagt keiner, alle deutschen Männer sind Vergewaltiger. Passiert es jedoch von einem der unzähligen Geflüchteten, dann sind sie alle Verbrecher. Und es gibt und gab deutsche Amokläufer und deutsche Extremisten. Postfaktisch – ich verstand das Wort erst nicht. Aber die Äußerungen, die so zu hören sind, schließen wirklich aus, dass darüber nachgedacht und sich informiert wurde, was die Tatsachen sind.

Pia Schreiber, Hemsbach

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