Orang-Utans müssen den Zoo verlassen
Heidelberg, 11.01.2017
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11.01.2017 05:00
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Heidelberg. Eine traurige Nachricht für alle Zoo-Fans: Die vier Orang-Utans ziehen aus. Wie Heidelbergs Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann auf Nachfrage bestätigt, entspricht die Unterbringung der großen Menschenaffen nicht mehr einer modernen Tierhaltung. Der Bau einer neuen Anlage indes sei nicht finanzierbar. Dafür müsste man rund neun Millionen Euro veranschlagen.

Pfleger tauschen sich schon aus

„Es tut uns sehr weh, die Gruppe weggeben zu müssen“, sagt Wünnemann. Mittelfristig könne man den Tieren aber nicht die Lebensbedingungen bieten, die sie benötigen. Die Gruppe werde im Frühjahr gemeinsam in einen anderen Zoo ziehen. Wohin, wollt der Zoodirektor noch nicht verraten. Aber die Pfleger der beiden Zoos tauschten sich bereits aus. Die Entscheidung sei gerade den Betreuern schwergefallen, betont Wünnemann. In das frei werdende Gehege werden voraussichtlich Roloway-Meerkatzen ziehen, die bislang im alten Affenhaus leben.

Die Orang-Utans sind Besucherlieblinge. Der 1994 im Züricher Zoo geborene Ujian erlangte sogar bundesweit als „pfeifender Affe“ Berühmtheit: 2005 über den Zoo Hagenbeck in Hamburg nach Heidelberg gekommen, soll sich der Orang-Utan 2008 die Musik-Kunst selbst beigebracht haben. Angeblich versuchte er damit, die Futtergabe durch einen Gemüsehändler zu beschleunigen – mit Erfolg. Regelmäßig betätigt sich Ujian zudem mit Pinsel und Farbe – diese Kunstwerke werden zugunsten des Zoos versteigert.

Kind gedeiht prächtig

Ujians Partnerin Sari (2003 in Moskau geboren) hatte am 21. März 2016 ihr erstes Baby zur Welt gebracht. Berani ist seit 22 Jahren der erste Nachwuchs bei den Orang-Utans in Heidelberg. „Sari macht das toll, er gedeiht prächtig“, freut sich Wünnemann sehr über diesen Zuchterfolg. mig

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11.01.2017 05:00
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