Postfaktische Rezension
28.01.2017
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28.01.2017 05:00
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Leserbrief
18

US-chinesisches Kinotreffen

WN/OZ vom 12. Januar

Im Freizeitmagazin liest man über den aktuellen Kinofilm „The Great Wall“ unter anderem Folgendes: „Auf historische Fakten – der Film spielt 1100 vor Christus, zu Zeiten der Song-Dynastie, also rund vier Jahrhunderte vor dem Bau der Mauer – wurde kein Wert gelegt, mit der Logik ist es nicht weit her.“ Nicht weit her ist es besonders mit der Logik dieser Ausführungen. Die einzige zutreffende Aussage des Satzes betrifft die Zeit des Baubeginns der Chinesischen Mauer: das siebte Jahrhundert vor Christus. Die Song-Dynastie hingegen regierte um 1100 nach Christus, und im Mittelalter spielt der Film ja tatsächlich. Das hätte der Autor des Artikels an einer Reihe von Hinweisen erkennen können: Es geht um das Schwarzpulver als waffentechnische Neuheit, die europäischen Söldner reiten mit Steigbügeln, erwähnt werden die Franken und ein Papst, also ein „Stellvertreter Christi“, den kein noch so fantasiereicher Drehbuchautor 1100 Jahre vor Christus datiert hätte. Es stellt sich also die Frage, ob diese postfaktische Filmrezension nur das Ergebnis journalistischer Inkompetenz darstellt oder als Fakenews meldepflichtig ist.

Ralf Kaiser, Weinheim

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