Protest zahlt sich aus
27.01.2017
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27.01.2017 05:00
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Leserbrief

Thema: Windkraft im Odenwald

Kaum ein Tag vergeht, an dem sich unsere Kommunalpolitiker in der Zeitung nicht der Schönheit des Odenwaldes rühmen. Gleichzeitig wird von vielen der Ausbau der Windkraft befürwortet und vorangetrieben. Über 400 weitere Windräder sind im Odenwald geplant – so gut wie auf jedem Höhenrücken des Odenwaldes wird ein Windpark stehen.

Mit der Schönheit wird es dann allerdings vorbei sein. Die Politiker geben vor, einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten zu wollen. Bürgermeister Kunkel behauptete, dass mit dem Windpark im Stillfüssel 14 000 Haushalte mit Strom versorgt würden. Das ist falsch, denn wenn kein Wind weht, wird kein einziger Haushalt mit Strom versorgt. Und solange der Strom aus Windkraft nicht speicherbar ist, werden wir weiterhin auf Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke angewiesen sein – egal, wie viele Windräder noch aufgestellt werden und was uns Windkraftlobbyisten vorgaukeln.

Unter dem Deckmantel der Energiewende wird das, was man vorgibt, schützen zu wollen – die Natur – , in nie gekanntem Ausmaß zerstört. Hierzu werden auch mal schnell Gesetze geändert: So das hessische Denkmalschutzgesetz, damit der Denkmalschutz dem Bau eines geplanten Windparks nicht mehr entgegenstehen kann. Und auch das Naturschutzrecht soll novelliert werden (diverse Befreiungstatbestände vom Tötungsverbot gemäß § 44 des BNatSchG), was ausnahmslos der Windindustrie nutzen und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen würde.

Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage sind 80 Prozent der Bevölkerung gegen Windkraft, wenn dadurch Wald gerodet oder zerschnitten wird. Doch leider nehmen viel zu wenige an den von den Bürgerinitiativen organisierten Demonstrationen teil – es müssten Hunderte, ja Tausende sein, um den Odenwald nicht zur Industriezone werden zu lassen.

Dass sich massiver Protest auszahlen kann, zeigt Südtirol: Dort wurde erreicht, dass nicht nur keine Windparks mehr gebaut wurden, sondern zwei bereits errichtete Anlagen zurückgebaut werden mussten. Wem immer noch nicht klar ist, was im Odenwald auf uns zukommt, möge sich die Situation im Hunsrück ansehen. Bilder und Filme (zum Beispiel http://www.vernunftkraft-odenwald.de/index.php/archiv/) hierzu gibt es im Internet genügend.

Regine Zimmerschied, Birkenau

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