Raum zum Leben fehlt
28.10.2017
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28.10.2017 05:00
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Leserbrief
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Massives Insektensterben

WN/OZ vom 19. Oktober

Früher starben mehr Insekten. Der Mensch beutet immer hemmungsloser den gesamten Erdball für das Wachstum seiner Art aus. Da die Erde endlich ist, kann sie auch nur eine begrenzte Anzahl von lebenden Zellen ernähren. Ein Mehr an Menschen, Nutz- und Haustieren führt deshalb unausweichlich zu einem Weniger an Wildtieren. Mit kosmetischen Korrekturen ist es da nicht getan. Geradezu kontraproduktiv wirken auch Versuche, die CO²-Menge zur Vermeidung der Erderwärmung zu reduzieren. Die Umwandlung von Getreide und anderen Nahrungsmitteln in Kraftstoffe und Heizgase fördert Monokulturen, die das ursprünglich vielfältige Leben in der Landwirtschaft nicht mehr zulassen. Warum heutzutage weniger Insekten sterben? Es gibt einfach weniger, die sterben können. Ihnen fehlt der Raum zum Leben. Damit fehlen sie im Ökosystem, in der Nahrungskette für andere Lebewesen, deren Bestand demzufolge auch aus diesem Grund zusammenbricht. Ein Teufelskreis, der nur aufzuhalten ist, wenn wir allen Lebewesen einen Eigenwert zugestehen. Dazu ist es unumgänglich, sich für einen geordneten Rückgang der Weltbevölkerung zu engagieren. Wir haben als vernunftbegabte Wesen die Wahl. Oder hat uns die Evolution nicht mit einer derartig weitreichenden Einsicht ausgestattet? Dann wird die Barbarei auf dieser Welt weiter zunehmen.

Dietmar Kegel, Weinheim

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