Raus aus der „hintersten Ecke“
Weinheim/Lützelsachsen, 09.11.2017
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09.11.2017 05:05
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Weinheim/Lützelsachsen. Unbändige Vorfreude – so lässt sich das Gefühl beschreiben, das am Mittwochvormittag beim offiziellen Spatenstich für die neue Behinderten-Werkstatt an der Etzwiesenstraße in der Luft liegt. „Jaaa“, ruft eine Mitarbeiterin der Behindertenwerkstatt spontan dazwischen, als Architekt Remo Dippe darüber spricht, dass voraussichtlich schon in zwei Jahren die „laufende Produktion“ bewundert werden kann. „Ich zeige unseren Mitarbeitern regelmäßig die Pläne, damit sie auf dem Laufenden sind. Wir freuen uns alle riesig“, sagt der technische Leiter der Werkstatt, Andreas Gußmann.

4000 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche wird die neue Werkstatt haben, die die Gemeindediakonie Mannheim in Lützelsachsen Ebene als Ersatz für das alte Gebäude in der Daimlerstraße in den kommenden 18 Monaten errichten wird. „Das entspricht der Fläche eines Fußballfeldes“, erklärt Architekt Dippe. Sieben Millionen Euro kostet der Bau – ein Betrag der nur durch die Hilfe von verschiedenen Institutionen und Stiftungen zu stemmen ist. Die Hector-Stiftung beispielsweise hat das Geld für den Kauf des Grundstücks Ende 2013 zur Verfügung gestellt. Das Land Baden-Württemberg schießt zu und die Stiftung Wohnhilfe finanziert die Innenausstattung.

Die neue Werkstatt umfasst 120 Arbeitsplätze im Berufs- und Arbeitsbereich sowie 36 Plätze im Förderbereich. Hinzu kommen 30 Arbeitsplätze für die Betreuer. „Heute ist ein guter Tag für Weinheim, denn heute beginnen – zumindest symbolisch – die Bauarbeiten zu einem weiteren Mosaikstein unserer sozialen Stadt“, sagt Bürgermeister Heiner Bernhard. Der neue Standort könne besser nicht sein. „Er ist an einer prägnanten Stelle, hat eine bessere Infrastruktur – unter anderem durch die räumliche Nähe zum Pilgerhaus – und er holt die Arbeit der Behinderten aus der hintersten Ecke eines Gewerbegebietes heraus“, so Bernhard.

Auch der Vorstand der Gemeindiakonie Mannheim, Gernot Scholl, betonte: „Wir sind sehr erleichtert und glücklich über den Neubau und die Unterstützung, die wir durch die Stadt Weinheim und vor allem durch die Verantwortlichen der Hector-Stiftung erfahren haben. Schon bald können wir unseren Beschäftigten moderne Räumlichkeiten für Teilhabe an Arbeit und qualifizierenden Bildungsmaßnahmen anbieten und somit auch unseren Teil zum sozialen Netzwerk in Weinheim beitragen.“

Die Aufgaben der Werkstatt bestehen im Wesentlichen aus Verpackungs-, Kommissionierungs- und Montagetätigkeiten für Unternehmen wie Freudenberg. „Wir haben viele Daueraufträge und hoffen natürlich, dass wir durch die neue Werkstatt noch zusätzliche Aufträge bekommen“, sagt Gußmann. Die Trommelgruppe der Werkstatt sorgte beim offiziellen Spatenstich-Termin für die musikalische Untermalung, der evangelische Pfarrer von Lützelsachsen, Jan Rohland, sprach das geistliche Wort.

Die Hector-Stiftung übrigens, musste für ihre Spende nicht lange überzeugt werden, wie Stiftungsvorstand Dr. Ernstlothar Keiper verriet. Am 16. September 2013 sei der Antrag der Diakonie bei der Stiftung eingegangen, die Zusage erfolgte schon eine Woche später, am 23. September.

Nur 18 Baumonate trennen die Mitarbeiter jetzt noch von ihrer neuen, schicken Werkstatt in Lützelsachsen Ebene, auf die sie sich schon so sehr freuen.

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