Schweizer im Odenwald
Region, 28.10.2017
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28.10.2017 05:00
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Region. Im Odenwald existieren noch heute viele Familiennamen Schweizer Ursprungs. An erster Stelle steht – geordnet nach der Zahl der Telefonbucheinträge – in den Landkreisen Odenwaldkreis, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße mit 222 Nennungen der Name Bitsch, der auf zwei Einwanderer aus Graubünden (Pitsch/Pitschi aus Tschierv oder Schiers) zurückgeht. Danach folgen die Namen Neff (220), mehrheitlich aus Appenzell-Außerrhoden, Hotz (140) aus dem Zürcher Oberland, Kredel/Grädel (109) aus Huttwil im Kanton Bern und Schantz/Tschanz (108) aus dem Kanton Bern. Es folgen die Tuchmacherfamilie Glenz/Kläntschi (51) aus Lyss sowie Schenkel (37), Schön(en)berger (37) und Egli/Egly (35), alle drei aus dem Kanton Zürich sowie die Dascher/Däscher (30) aus Graubünden.

Am Ende des 18. Jahrhunderts kamen die Imhof (26), in den Odenwald. Zu den frühen Zuwanderern gehören noch die Ludebühl (Luginbühl) aus dem Berner Oberland und schließlich die Bierbrauerfamilie Schmucker aus Stein am Rhein. Unter den Einwanderern sind auch etwa drei Dutzend Familien zu finden, die aus dem (Berner-) Aargau stammten.

In den mehr als 350 Jahren, die seit der großen Einwanderungswelle zwischen 1650 und 1750 vergangen sind, sind naturgemäß viele Namen von Schweizer Zuwanderern erloschen. Die Namensträger haben sich aber in vielen Fällen über Töchter fortgepflanzt. Daher haben praktisch alle alteingesessenen Odenwälder Familien eine gewisse Anzahl Schweizer Vorfahren.

Der Autor Werner Heil, geboren 1936 in Darmstadt, hat sich mit dieser Historie beschäftigt und unter dem Titel „Schweizer im Odenwald“ ein Buch herausgebracht. Im Rahmen seiner Familienforschung hat er nachgewiesen, dass etwa zehn Prozent der ältesten Vorfahren in einer Ahnenreihe (sogenannte Spitzenahnen) der Familie Schweizer sind. Dieser Anteil dürfte bei allen alten Odenwälder Familien ähnlich sein.

Da aus diesem Grund das Interesse von Odenwälder Familienforschern an Schweizer Vorfahren sehr groß sei, war schon verschiedentlich angeregt worden, die Recherchen auch „vom anderen Ende her“ zu betreiben, das heißt die Schweizer Quellen zu erschließen.

„Schweizer im Odenwald“ ist erschienen im GENDI-Verlag, Hardcover, 254 Seiten. ISBN: 978-3-946295-40-2

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