Winterdienst gerüstet – es fehlt nur der Schnee
Kreis Bergstraße, 11.11.2017
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11.11.2017 05:00
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Kreis Bergstraße. Der Winter kann kommen. Zumindest für die Straßenmeistereien von Hessen Mobil, die für den Räum- und Streudienst auf den überörtlichen Straßen zuständig sind. Die ersten Schneemeldungen für die Höhenlagen waren Anlass, in Bensheim einen Sachstandsbericht zum anstehenden Winterdienst zu geben.

Hessen Mobil scheint bestens gerüstet. Winterdienst ist keine Saisonarbeit, machte Pressesprecher Jochen Vogel von der in Heppenheim ansässigen Landesbehörde deutlich, dass eigentlich das ganze Jahr über gearbeitet wird. Wenn die Saison im Frühjahr endet, beginnen die Vorbereitungen für den kommenden Winter. Neben der Wartung der Fahrzeuge wird das Streusalz bereits im Sommer angeliefert. Die heiße Phase beginnt im Oktober.

Fangzäune im Odenwald

Dann werden Schneefangzäune – insbesondere in den Höhenlagen des Odenwaldes – aufgebaut, Schneezeichen an den Leitplanken befestigt und die Dienstpläne erstellt, die sicherstellen, dass Bundes-, Land- und Kreisstraßen für die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr geräumt sind. Auf den Autobahnen ist Hessen Mobil rund um die Uhr im Einsatz. Damit geht die Behörde über die gesetzlichen Regelungen hinaus, die vorsieht, dass Autobahnen nur an den Tagesstunden schneefrei sein müssen.

Für die Dienstpläne der Straßenmeisterei in Bensheim ist Leiter Wolfgang Lorentz zuständig. Er stellt die Pläne so zusammen, dass die Straßen alle zwei Stunden einmal komplett geräumt werden. Ziel ist, vor sechs Uhr – und damit vor Beginn des Berufsverkehrs – mit der ersten Räumung durch zu sein. Um das zu schaffen, werden die Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb eingeteilt.

Im Einsatzfall bedeutet das, die Arbeit beginnt um 1.30 Uhr. Überhaupt nicht gerne gesehen beim Winterdienst wie bei Autofahrern: „Wenn der erste Schnee erst zwischen 6.30 und 7 Uhr fällt“, macht Lorentz deutlich: „Dann müssen wir im Berufsverkehr beginnen.“ Klar ist aber auch, dass „im Winter keine sommerlichen Straßenverhältnisse möglich sind“, bittet Jochen Vogel um Verständnis bei Verkehrsteilnehmern und Anwohnern. Außerdem sei es nicht möglich, zu jeder Zeit an jedem Ort gleichzeitig zu räumen.

Gestreut werden von Hessen Mobil auftauende Mittel. In der Regel handelt es sich dabei um mit einer Sole angefeuchtetes Salz. Die Fahrzeuge haben sowohl die Sole als auch das Salz auf dem Wagen, beides wird vermischt, bevor es auf der Fahrbahn verteilt wird. Warum Feuchtsalz? Das haftet besser, ermöglicht eine größere Streubreite und setzt den Auftauprozess schneller in Gang. Die Fahrzeuge der Straßenmeisterei in Bensheim können eine Ladung von sieben Tonnen fassen. Das reicht für eine Strecke von rund 90 Kilometern.

Pilotversuch auf A 5 und A 67

Anders auf den Autobahnen: Auf A 5 und A 67 ist seit der vergangenen Wintersaison in einem Pilotversuch eine Salzlauge im Einsatz. Sie wird bei Glatteisgefahr vorbeugend gestreut und hat den Vorteil, dass sie besser haftet, länger und schneller wirkt als Salz. Um von den Wetterverhältnissen nicht überrascht zu werden, nutzt Hessen Mobil das Straßenzustands- und das Wetter-Informationssystem des Deutschen Wetterdienstes.

Außerdem sind im hessischen Straßennetz 80 Glätte-Meldeanlagen installiert. Damit der Winterdienst reibungslos funktioniert, müssen auch die Verkehrsteilnehmer mithelfen: Streufahrzeuge sollten nicht überholt und in Ortsdurchfahrten nicht auf der Fahrbahn geparkt werden.

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