Zwischen Bitterkeit und Zuversicht
Fürth/Rimbach, 28.10.2017
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28.10.2017 05:00
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Fürth/Rimbach. Am Ewigkeitssonntag, 26. November, um 17 Uhr wird in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Fürth das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Das Konzert gestaltet der Oratorienchor Rimbacher Singkreis, die Solisten Doris Steffan-Wagner, Eva Braunstein, Martin Steffan, Lorenz Miehlich und das Heidelberger Kantatenorchester unter der Leitung der Kantorin Han Kyoung Park-Oelert. Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart ist seine letzte Komposition, ein Werk voll spiritueller Kraft und Ausdrucks. Es zählt zu seinen beliebtesten und am meisten geschätzten Werken, obwohl es tatsächlich nur zu etwa zwei Drittel von Mozart selbst verfasst wurde, da er noch während der Komposition verstarb. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte Mozart lediglich den Eröffnungssatz mit allen Stimmen niedergeschrieben, weitere Sätze waren in den Gesangsstimmen fertiggestellt, wichtige Orchesterpartien waren nur kurz skizziert. Im Auftrag von Mozarts Witwe, Constanze Mozart, vervollständigte Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Mozart, das Requiem. Süßmayr komplettierte die Orchestrierung, komponierte weitere Sätze und ergänzte den Schlusssatz, indem er die beiden Eröffnungssätze, die Mozart noch selbst komponiert hatte, wiederholte und ihnen den Text des „Lux aeterna“ unterlegte.

Im Angesicht des Todes

In einem Brief an seinen kranken Vater schrieb der kaum Dreißigjährige Mozart: „ . . . da der Tod, genau zu nehmen, der wahre Endzweck unsers Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild allein nichts schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel beruhigendes und tröstendes! Ich lege mich nie zu Bette ohne zu bedenken, daß ich vielleicht, so jung als ich bin, den andern Tag nicht mehr seyn werde“. Und doch ist der Tod nicht nur das Tor zum Himmel, sondern auch der Schritt zum gefürchteten Jüngsten Gericht, wie es in der „Dies irae“-Sequenz der Totenmesse bildhaft vorgestellt wird.

Mozarts Requiem schwankt deutlich zwischen demütigem Bitten und Zuversicht aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus einerseits und der Angst des sündigen Menschen vor dem unbestechlichen, mächtigen Richter, vor dem jeder Mensch einmal stehen wird, andererseits. Dieser zweite Aspekt mag für Mozart im Angesicht des eigenen Todes besonders bedrängend gewesen sein, doch sollte die Dramatik der entsprechenden Passagen in unserer Wahrnehmung nicht die vielen Zeichen demütiger und gläubiger Hoffnung überdecken. Zuvor erklingt die Komposition „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae Solennes de Confessore“ KV 339, komponiert im Jahr 1780. „Laudate Dominum“, der fünfte Teil der Vesper, ist ein Stück von sehr innigem und pastoralem Charakter. Die ariose Vertonung des Textes aus Psalm 117 beeindruckt durch die Schlichtheit des Sopransolos, das in der Wiederholung auf den Text des „Gloria Patri“ durch den Chor wieder aufgenommen wird.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert beginnt am Montag, 30. Oktober, und endet am Freitag, 24. November. Karten sind erhältlich bei den Chormitgliedern, in der Buchhandlung „Lesezimmer“ in Rimbach, Bismarckstraße 17; in der Buchhandlung am Rathaus in Fürth, Hauptstraße 16; am Eingang der Rimbacher Kirche sonntags nach den Gottesdiensten und an der Abendkasse am Konzerttag ab 16.20 Uhr. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 15 Euro für Schüler und Studenten.

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