17 Aufführungen, 19 000 Besucher
Nieder-Liebersbach/St, 23.07.2022
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23.07.2022 05:00
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Nieder-Liebersbach/St. Margarethen. Nach 17 Aufführungen ist der Vorhang der Passionsspiele im Römersteinbruch von St. Margarethen gefallen. „Emmaus – Geschichte eines L(i)ebenden“ wurde von rund 400 ehrenamtlichen Laiendarstellern und 200 Helfern aus St. Margarethen und der näheren Umgebung gespielt und lockte insgesamt rund 19 000 Besucher an, darunter auch viele aus Nieder-Liebersbach und der Bergstraße.

Der Spielleiter, Pfarrer Richard Geier, Regisseur Alexander Wessely und alle Mitwirkenden und Helfer dürfen mit Stolz auf diese Passions-spielzeit und den großartigen Erfolg zurückblicken. Dies zeigten immer wieder die Reaktionen und die Äußerungen der Besucher sowie verschiedene Veröffentlichungen.

Nach der letzten Aufführung war den Laiendarstellern auch das Gefühl der Erschöpfung und Erleichterung anzumerken. Die männlichen Laienspieler trafen sich obligatorisch, um ihre Bärte und Haare zu kürzen oder sogar ganz abzuschneiden. Nachdem die Passion im vergangenen Jahr pandemiebedingt, verschoben werden musste, waren die Darsteller besonders gefordert.

Ihr Einsatz war an unzähligen Wochenenden, zunächst bei über 100 Online-Sprechproben, gefordert, ehe sie ab Januar im Römersteinbruch – auch bei niedrigen Temperaturen – in Präsenz zu den Proben zusammenkamen.

Die Mühe und der Einsatz haben sich gelohnt, der Erfolg zeigt dies mehr als deutlich. Besonders über sich sich hinausgewachsen und ihre Rollen überragend umgesetzt haben die in Nieder-Liebersbach bekannten Freunde und Darsteller Clemens Kugler, Bernhard Schneider, Klaus Freismuth und Edi Scheuhammer sowie die römischen Reiter Edith und Matthias Rendl, um nur wenige zu nennen. Aber auch die Jesusdarsteller Rubert Kugler und Andreas Schalling, die Emmaus-Jünger Anton Fleck, Michael Schalling, Hubert Händler und Bernhard Karall hatten anspruchsvolle Texte und Rollen, die sie eindrucksvoll, ja überragend meisterten. Ein weiteres erwähnenswertes Highlight war der Einsatz und die Teilnahme der Jüngsten aus der Passionsgemeinde, die sehr zahlreich und motiviert mit Mama und Papa oder mit Oma und Opa gespielt haben.

Gottesbild ans Herz legen

Das Ziel, den Menschen das Gottesbild über die Erzählungen der Emmaus-Brüder ans Herz zu legen und die frohe Botschaft in unserer Zeit zu verkünden, um in eine neue und bessere Beziehung zwischen Gott und den Menschen einzutreten, ist mit der aktuellen Interpretation der Passion gelungen. Ein weiterer Quantensprung war, dass die Aufführungen im sogenannten „kleinen Steinbruch“ stattfanden. Den St. Margarethener ist es wieder eindrucksvoll gelungen, als Einheit, Glaubensgemeinschaft und Team viele bleibende und nachhaltige Eindrücke zu vermitteln.

Die erste Aufführung der Passionsspiele in St. Margarethen fand 1926 im kleinen Bauernhof von Helene und Franz Unger in der Siegendorfer Straße 9 statt. Franz Unger war der erste Christusdarsteller. Der Besucherandrang wurde immer größer und so siedelten die Passionsspiele 1961 in den Römersteinbruch über. Um nun im Rhythmus zu bleiben (Abstand der Spiele von fünf Jahren) sind 2026 die nächsten Passionsspiele geplant. Dann darf die Gemeinde St. Margarethen auf ihr 100-jähriges Jubiläum zurückblicken. VB

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23.07.2022 05:00
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