22 Einsätze nach Unwetter am Samstagabend
Lützelsachsen, 03.06.2017
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03.06.2017 23:10
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Lützelsachsen. Um 21:45 Uhr fegt Karl Sporer am Samstagabend mit seinen Mitarbeitern und der Feuerwehr die letzten Pfützen in der Garage des gleichnamigen Autohauses in Lützelsachsen weg. Da war der Spuk zum Glück wieder vorbei. Zwei Stunden vorher war bei der Feuerwehr der erste Notruf eingegangen - Land unter oder besser gesagt, Keller unter Wasser in Lützelsachsen und Hohensachsen.

22 Mal mussten die Abteilungen Weinheim Stadt, Lützelsachsen und Hohensachsen am Samstagabend ausrücken. Überall das gleiche Bild: Hochgedrückte Kanaldeckel und vollgelaufene Keller. In der Rieslingstraße in Lützelsachsen hatte es gleich drei nebeneinander stehende Häuser erwischt. Die Bewohner nahmen es mit stoischer Gelassenheit und räumten nasse Kartons aus dem Keller, während ein dicker Schlauch das Wasser im Keller auf die Straße in den Gulli leitete. Drei Zentimeter hoch stand hier das Wasser. Das klingt nicht viel, ist es aber doch, wenn Kartons drin stehen. „Was soll man auch machen?“, lächelt Sporer einen halben Kilometer weiter und zuckt mit den Schultern. „Zum Glück stand das Wasser nur in der Garage.“ 

Wir treffen Ralf Mittelbach, Kommandant der Abteilung Stadt vor dem Autohaus in Lützelsachsen. Auch er ist wie immer gelassen. „Hauptsache, es sind keine Menschen zu Schaden gekommen“, sagt er und berichtet, dass auch in der Wintergasse einige Häuser betroffen waren. 

Immerhin 20 Zentimeter hoch stand das Wasser in der Garage des Autohauses. „Für solche Fälle haben wir eine Tragkraftspritze, die schafft 200 Liter in der Minute“, erklärt Mittelbach. Irgendwie beruhigend, denn die Bilder erinnern doch an das vergangene Jahr, als die Feuerwehr zur gleichen Zeit tagelang und nächtelang im Hochwasserdauereinsatz war, weil ein Unwetter das nächste jagte. Dass sich in den nächsten Tagen ein solches Szenario wiederholen könnte, sieht Mittelbach aber noch nicht. „Das Problem letztes Jahr war, dass es so viel Regen war und der Boden deshalb völlig übersättigt.“ Das ist im Moment zum Glück nicht der Fall. Tatsächlich waren Lützelsachen und Hohensachsen im gesamten Kreis wohl auch die einzigen Gebiete, die es so stark getroffen hat. 

Zum Glück, denn „wenn das flächendeckend wäre, dann würde es wirklich schwierig“, so Mittelbach. 

Immerhin waren die Feuerwehrabteilungen schon hier mit 35 Mann und zahlreichen Fahrzeugen im Einsatz, um den Menschen zu helfen. Mindestens bis Mitternacht werden die Wehrleute noch beschäftigt sein, denn selbst wenn die Einsätze zu Ende sind, dauert es noch, bis alles wieder auf- und weggeräumt ist und sämtliche Fahrzeuge wieder versorgt sind.
Die Gute Nachricht. Das Wetter soll sich in den nächsten Stunden beruhigen. shy 

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