90-jährige Weinheimerin mit Enkeltrick abgezockt
Weinheim, 11.01.2020
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11.01.2020 05:00
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Weinheim. Am Freitag brachten unbekannte Täter eine 90-jährige Frau in Weinheim mit dem sogenannten Enkeltrick um ihre Ersparnisse und weitere Vermögenswerte. Wie die Polizei mitteilte, erhielt die Seniorin gegen 12.45 Uhr einen Anruf einer männlichen Person, die sich als ihr Enkel ausgab. Er gab vor, in Darmstadt einen Verkehrsunfall gehabt zu haben und benötige nun dringend 15 000 Euro für die Reparatur und die weitere Schadensabwicklung. Da die 90-Jährige entgegnete, dass sie nicht so viel Bargeld zu Hause hätte, schickte der Unbekannte ein Taxi, das die Dame zur Bank fuhr. Nachdem sie weiteres Bargeld abgehoben hatte und wieder daheim angekommen war, klingelte, wie vom angeblichen Enkel angekündigt, eine unbekannte Frau  bei der Seniorin und nahm das Geld sowie mehrere Schmuckstücke in Empfang.

Die  Frau wird wie folgt beschrieben: Etwa 50 Jahre alt, helle, blonde, schulterlange Haare. Schlank, mitteleuropäisches Aussehen. Bei dem Anrufer handelt es sich der Stimme nach um eine männliche Person mit höherer Stimmlage. Der Mann habe keinen Dialekt gesprochen und es ergaben sich keine Besonderheit in dessen Sprachgebrauch, heißt es im Polizeibericht. 

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg unter der Nummer 0621/174-4444 zu melden.

Am selben Tag ereigneten sich weitere Vorfälle in Hirschberg, Rauenberg, Sinsheim, Neckargemünd, Brühl, Mannheim und Hockenheim, bei denen Unbekannte versuchten, ältere Menschen um ihr Vermögen zu bringen. Dabei kamen neben der Enkeltrick-Masche, angebliche Polizeibeamte, sogenannte Gewinnversprechen und die angebliche Vermögensanlage zu zinsgünstigen Konditionen zum Tragen. In allen anderen Fällen kam es jedoch nicht zu finanziellen Schäden. 

Die Polizei bittet aus gegebenem Anlass eindringlich, nachfolgende Hinweise zu beherzigen:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. 
  • Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen. 
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis. 
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. 
  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. 
  • Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. 
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen. 
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen. 
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
  • Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen. 
  • Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. 
  • Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
  • Bewahren Sie Ihre Wertsachen nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.
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11.01.2020 05:00
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