Badeseen noch geschlossen
Darmstadt, 30.05.2020
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30.05.2020 05:00
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Leserbrief

Darmstadt. Die immer wärmeren Tage machen vielen Menschen Lust auf einen Sprung ins kühle Nass. Deshalb weist die Bergaufsicht des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt darauf hin, dass die offiziellen Badegewässer in Hessen noch nicht freigegeben sind. Im vergangenen Jahr ertranken nach Angaben der DLRG in Deutschland 417 Personen, davon 20 in Hessen. Auch in diesem Jahr hat es bereits einen tödlichen Badeunfall in Bensheim gegeben.

Der überwiegende Teil der Todesfälle ereigne sich in Seen und Teichen: Während Freibäder und offizielle Badegewässer von Personal beaufsichtigt werden, dauert es an Baggerseen viel länger, bis im Notfall Hilfe vor Ort ist – Verunglückte werden deshalb oft nur noch tot geborgen. „Das Baden an solchen Seen ist lebensgefährlich“, sagt Dezernatsleiter Frank Braunisch. Dies betrifft komplett für die Öffentlichkeit gesperrte Baggerseen, aber auch Bereiche von Badeseen, die nicht für die Freizeitnutzung freigegeben sind.

„Steile Böschungen und Abbaugeräte sind für die Badenden nicht einschätzbare Gefahren“, so Braunisch. Insbesondere an Stellen, an denen unter Wasser Materialien eingespült werden, könne es gefährlich sein. Auch bei längst stillgelegten Seen kann es unter Wasser zu Rutschungen kommen. Die dadurch entstehenden Kaltwasserströmungen können einen lebensgefährlichen Kälteschock auslösen. Auch wer auf schwimmende Geräte wie Bagger oder Förderbänder klettert, begibt sich in Lebensgefahr.

„Noch aktive Baggerseen und Tagebau-Betriebe eignen sich nicht zur Freizeitnutzung“, fasst Dr. Braunisch zusammen. Denn die Gefahren seien für Laien oft nicht erkennbar. Wer aktive Bereiche von Baggerseen betritt, mache sich auf den Firmengeländen außerdem des Hausfriedensbruchs schuldig und riskiere damit eine Anzeige samt Bußgeld.

Auch, wenn die Bäder wieder freigegeben sind, dürften nur die offiziell freigegebenen Seen und Seeabschnitte zum Baden genutzt werden. Bis Mitte Juni will die hessische Landesregierung entscheiden, ab wann alle Bürger wieder schwimmen gehen können. Erklärtes Ziel ist, dass die Freibäder und Badeseen noch in diesem Sommer öffnen können. Aktuelle Informationen zu den Bädern gibt es bei den jeweiligen Betreibern bzw. den Kommunen. Eine Liste der aktuell freigegebenen Badeseen gibt es im Internet.

www.badeseen.hlnug.de

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