Bei den Impfterminen ist weiter Geduld gefragt
Weinheim/Region, 10.01.2021
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10.01.2021 15:22
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Weinheim/Region. Diese Kritik wollen Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha und der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Uli Sckerl (beide Grüne) nicht auf sich sitzen lassen: Am Freitag hatten Oberbürgermeister Manuel Just und Landrat Stefan Dallinger in einer Pressemitteilung angeprangert, dass das Land derzeit für die Anmeldung zur Corona-Impfung nur die Internet-Plattform impfterminservice.de anbiete. Dies sei vor allem für die älteren Bürger schwierig. Das Ergebnis: Im Weinheimer Rathaus stehen die Telefone nicht mehr still.

Am Sonntag nahm Sckerl nach Rücksprache mit Minister Lucha in einer Pressemitteilung Stellung zu den Vorwürfen. „Die Aussage, dass es nur eine Internet-Anmeldung für Impftermine gibt, stimmt nicht. Es gibt auch die Telefon-Hotline 116117, über die viele Termine vergeben werden“, so Sckerl. Das Land habe für das entsprechende Call-Center inzwischen 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Informationen über die Vergabe von Impfterminen sollten von offiziellen Stellen wie einer Stadtverwaltung vollständig gegeben werden, da sonst nur Verwirrung erzeugt werde.

Viele WN-Leser berichteten allerdings in der vergangenen Woche davon, dass unter der Telefonnummer 116117 kein Durchkommen sei. User Markus beispielsweise schrieb auf der Facebook-Seite von WN/OZ: „Die 116117 ist mir leider nur als Frustverursacher bekannt.“ Und Claudia F. schrieb: „Die Möglichkeit, 116117 anzurufen, gibt es auf jeden Fall. Leider ist aber auch hier noch keine Terminvergabe möglich (es kommt die Ansage seit Tagen, dass es keine freien Termine gibt). Und auch auf der Internetseite ist Weinheim weiterhin nicht auswählbar.“ Daran hatte sich auch am Sonntag noch nichts geändert.

Erfahrungen der Leser

Ein WN-Leser berichtete, am Ende doch unter der 116117 durchgekommen zu sein. Für Mannheim oder Heidelberg hätte er einen Impftermin beantragen können, berichtete er. Für Weinheim würden noch keine Termine entgegengenommen. Ein anderer Leser schrieb, er habe einen Termin in Heidelberg bekommen und sei dort bereits geimpft worden.

Sckerl betont, dass das Land seit Beginn der Impfungen Ende Dezember offen die Gründe benennt, warum die Impfungen gegen das Corona-Virus derzeit noch nicht richtig in Schwung kommen können. Das hätte man mit einer einfachen Anfrage klären können. „Mit der derzeit vom Bund zur Verfügung gestellten Menge an Impfstoff können täglich in Baden-Württemberg 6500 Menschen geimpft werden. Das hat das Ministerium nochmals bestätigt“, so Sckerl. Allerdings gebe es rund eine Million Menschen in Baden-Württemberg, die im ersten Schritt geimpft werden sollen – das sind die über 80-Jährigen sowie das ärztliche und pflegerische Personal. Diese große Diskrepanz könne nicht in wenigen Tagen beseitigt werden. Das habe nichts mit der Bestellmenge an Impfstoff zu tun, wie oft spekuliert werde.

Impfstoff sei in ausreichender Menge für Baden-Württemberg bestellt worden. Allerdings könne die Firma Biontech derzeit nicht schneller produzieren. Die Verteilung der Impfdosen vom Bund an die Länder erfolge nach gleichen Kriterien und führe eben zu den genannten maximal 6500 Impfungen täglich. Dieser Impfstoff werde immer sofort verimpft. In den ersten Wochen sei aber nur eine begrenzte Anzahl von Impfterminen möglich. Diese seien natürlich schnell vergeben, was neben der großen Nachfrage zusätzliche Wartezeiten am Telefon oder auf der Internet-Plattform hervorrufe. „Ich habe allergrößtes Verständnis für alle, die jetzt noch nicht zum Zuge gekommen sind und enttäuscht sind. Wir bitten da noch um etwas Geduld“, so Uli Sckerl.

Die von Just geforderte Information über einen raschen Zugang zu Impfterminen sei dann möglich, wenn die Impfstoffmenge deutlich anwachse. Das geschehe durch die Zulassung und Lieferung weiterer Impfstoffe wie von der Firma Moderna. Die Impf-Infrastruktur sei geschaffen. Tausende von Ärzten, Fachpersonal und Freiwillige stünden bereit, um eine ganze Bevölkerung zu impfen. Auch das neue Kreisimpfzentrum im 3-Glocken-Center sei gut aufgestellt. „Das klappt in den nächsten Wochen auch mit der rascheren Vergabe von Terminen“, sagt Uli Sckerl abschließend. vmr

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