Betrüger haben es auf Geld und Informationen abgesehen
Region, 21.05.2022
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21.05.2022 05:05
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Region. Die Polizei hat hessenweit im März und April dieses Jahres jeweils über 100 Betrugsanrufe angeblicher Interpol- und Europol-Mitarbeiter erfasst. Auch im Mai ebbte die Welle nicht ab. Jüngst kam es zudem im Namen des Hessischen Landeskriminalamts (LKA) telefonisch zu Betrugsversuchen. Das teilt das Hessische LKA in einer Pressemitteilung mit. „Wenn das Telefon klingelt und eine Computer-Stimme mitteilt, der Anruf sei von Europol oder Interpol und man selbst sei in ein Verbrechen verwickelt, sollten Bürger aufhorchen“, heißt es. Das sei aber eine Betrugsmasche, die sich aktuell bundesweit ausbreitet. Auch in Hessen habe die Polizei in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von versuchten und teilweise vollendeten Betrugstaten dieser Art registriert.

Betrüger täuschen Seriosität vor

Die Masche selbst sei nicht neu, sondern eine Adaption des Phänomens des „Falschen Polizisten“, bei dem sich Betrüger als Amtsperson ausgeben, um Seriosität vorzutäuschen und sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen. „Abgesehen haben es die Betrüger zumeist auf Geld und Wertgegenstände oder auf Informationen zu persönlichen und finanziellen Verhältnissen, um mit diesen spätere Straftaten vorzubereiten“, informiert die Polizei.

Bei der aktuellen Betrugsmasche erfahre der Angerufene zumeist durch eine Bandansage auf Englisch, der Anruf komme von Interpol oder Europol. Es folgt die Information, dass mit der Identität oder dem Ausweis der angerufenen Person ein Problem besteht, daher soll der Angerufene eine Ziffer drücken, um mit einem Mitarbeiter der Polizei verbunden zu werden. Im Fall der Anrufe durch falsche Mitarbeiter des Hessischen Landeskriminalamts gestaltet sich das Vorgehen der Betrüger ähnlich – jedoch ist die Bandansage auf Deutsch.

Bei ihren Anrufen nutzen die Täter teilweise ein spezielles technisches Verfahren, den Opfern wird daher eine tatsächlich zum Hessischen Landeskriminalamt beziehungsweise Europol oder Interpol gehörende Telefonnummer angezeigt. Hier handelt es sich um sogenanntes „Call ID Spoofing“. Angerufene sollten sich von der Gleichheit der Rufnummern nicht irritieren lassen. Wichtig zu wissen ist, dass die Polizei – auch das Hessische Landeskriminalamt, Europol und Interpol - Bürgerinnen und Bürger niemals darum bittet, Geld zu überweisen.

Der Rat der Polizei

Das Hessische Landeskriminalamt rät deswegen: Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen. Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer, drücken Sie keine Taste. Legen Sie stattdessen einfach auf. Rufen Sie die Nummer nicht zurück. Sprechen Sie mit Unbekannten niemals über persönliche oder finanzielle Verhältnisse. Übergeben Sie niemals Geld an eine Ihnen unbekannte Person. Überweisen Sie kein Geld, wenn Sie sich nicht sicher sind, wer der Empfänger ist.

Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauenspersonen über den Anruf. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind oder man versucht hat, Sie zu betrügen. Recherchieren Sie eigenständig die Telefonnummer der Polizeidienststelle. Wählen Sie die Nummer im Anschluss selbst, benutzen Sie nicht die Rückruftaste.

Info: Weitere wichtige und hilfreiche Tipps gibt es auch auf den Webseiten der hessischen Polizei sowie der  Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

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