Chöre singen, Alphörner klingen
Nieder-Liebersbach, 01.07.2022
Diesen Artikel
01.07.2022 05:05
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
86

Nieder-Liebersbach. Vor vier Jahren waren sie zum ersten Mal zu Gast beim Brunnenfest der SVG-Chöre, jetzt gibt es ein Wiederhören und Wiedersehen mit ihnen. Die Kurpfälzer Alphornbläser spielen am kommenden Sonntag, 3. Juli, ab 13 Uhr auf dem Dorfplatz im Herzen von Nieder-Liebersbach. Sie lassen am Brunnen und an der Linde ihre Hörner erklingen. 1993 gegründet, pflegen sie in der Kurpfalz die Tradition eines Instrumentes, das eigentlich in den Alpen zu Hause ist.

„Das Alphorn ist so etwas wie das Smartphone der Hirten“, formuliert Werner Wolf, einer der vier Bläser, die beim Gastspiel in Nieder-Liebersbach zu hören sein werden. Früher, so erzählt er, hätten die Hirten in den Bergen damit ihre Liebeserklärungen verschickt, wie das heute zuweilen mit dem Handy passiere. Zum Üben gehen die Bläser oft in die Berge, zumindest in die Höhen des Odenwaldes. Einmal in der Woche treffen sie sich, nach Möglichkeit unter freiem Himmel. „Wir sind Naturmenschen“, betont Wolf, der in Heddesheim lebt. Gerade erst waren sie wieder an ihrem Stammplatz auf einer Höhe in Rittenweier, um sich auf das Brunnenfest vorzubereiten und zu üben. Zwei der Musiker spielen die erste Stimme, einer die zweite und einer den Bass.

Literatur aus dem Alpenländischen

„Wir bevorzugen vierstimmige Sätze“, erläutert Werner Wolf. Bei ihrem Gastspiel im Odenwald werden sie den Dorfplatz und die Umgebung mit ihren Klängen erfüllen. Wer weiß, vielleicht kommt ja sogar ein Echo aus den umliegenden Hügeln zurück? „Das macht uns besondere Freude“, sagt Wolf.

Die Literatur für ihn und seine Mitstreiter stammt aus dem Alpenländischen. Schweizer Stücke, die die Alphornbläser Choräle nennen, wie etwa der Talkirchdorfer Alphornwalzer oder aber auch Bayrisches wie der Deggendorfer Tal-Blues. Im August wollen sie mit ihren Instrumenten von Ischgl aus auf die Heidelberger Hütte aufsteigen und dort spielen.

Zwischen den Stücken gibt es Erläuterungen zum Instrument und den gespielten Werken. „Der Klang des Alphorns ist kraftvoll und zugleich getragen“, schwärmt Werner Wolf. „Es ist mild, beruhigend und hat zweifellos etwas Majestätisches.“

Die Besucher des Brunnenfests am Sonntag werden sich davon überzeugen können. Neben Werner Wolf spielen dann Günter Keller, Alexander Weber alias Gino Campari und der Jungbläser Benjamin Dieter (44), der erst in der jüngsten Vergangenheit zu der Truppe hinzugestoßen ist. Wer sich traut, darf am Sonntag sogar selbst einmal versuchen, dem Alphorn einen Ton zu entlocken.

Ab 12 Uhr läuft der Grill

Der Grill läuft bereits ab 12 Uhr, ebenso der Ausschank. Außerdem gibt es Kaffee und Kuchen. Nach der außergewöhnlichen musikalischen Eröffnung übernehmen die Chöre der SVG und ihre Gäste ab 14 Uhr die musikalische Gestaltung des Nachmittags. Außerdem ist die Trachtengruppe des Vereins Liewerschbescher Kerwe zu Gast und sorgt mit ihren Volkstänzen in jeder Hinsicht für einen Farbtupfer. Zum Auftakt singen die Gastgeber der SVG unter der Leitung von Ria Günther. Der Bruderverein Sängerlust musste wegen mehrerer Corona-Fälle kurzfristig absagen. Im weiteren Verlauf treten der Singkreis Wilhelmsfeld und der gemischte Chor der Harmonie Unter-Schönmattenwag auf, beide unter der Leitung von Ria Günther. Sie sorgt schließlich mit dem FUNtastiChor der SVG auch für den musikalischen Abschluss.

Dämmerschoppen und Lagerfeuer

Bereits am Samstag, 2. Juli, findet an gleicher Stelle ab 19 Uhr der Dämmerschoppen statt. Außerdem gibt es ab 20 Uhr „Lieder am Lagerfeuer“, diesmal mit Stephanie Mechnig-Kohlmann, die auch zu den Aktiven der SVG-Chöre zählt. hje

Weitere Informationen unter:

SOCIAL BOOKMARKS
01.07.2022 05:05
Drucken Vorlesen Senden

Durchsuchen Sie unser Archiv!