Demokratieverachtend
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16.10.2021 05:00
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Leserbrief
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Todgeweihter Verein erlebt ...

WN/OZ vom 9. Oktober

Der Ablauf der Liquidierung des Fördervereins Alte Dorfkirche Laudenbach mutet wie ein schlechter Witz an, ist aber leider todernst. Da werden für eine Auflösungs-Abstimmung noch kurzfristig ca. 80 Neumitglieder eingetragen, die vorwiegend aus bestimmten Gruppen und Kreisen sowie Kirchenverantwortlichen samt Familienmitgliedern rekrutiert wurden. Allein, um eine Mehrheit für die Vereinsauflösung sicherzustellen, um damit direkten Zugriff auf die Spendengelder (ca. 109 000 Euro) zu erhalten. Dieses Geld wird wohl, entgegen der Vereinssatzung und zur Enttäuschung der zahlreichen Spender, zur Alibi-Grundfinanzierung gegenüber dem Oberkirchenrat benötigt, weil durch den kompromisslosen Bau des Gemeindehauses direkt vor der Kirche und dem mit fadenscheinigen NS-Argumenten bereits begonnenen Total-Umbau des Kircheninneren, die Kosten von 1,7 auf vorläufig 2,5 Millionen Euro explodiert sind. Und was sind die Folgen? Eine schweigende Mehrheit der Laudenbacher schüttelt fassungslos den Kopf, was mit Kirchensteuergeldern für ein Schindluder getrieben wird. Noch schwerwiegender ist allerdings der Schaden für künftig mit Sicherheit erforderlich werdendem Unterstützungsaktionen echter Sanierungen der Dorfkirche. Diesem Aspekt ist durch das Verhalten des gesamten Vorstands der Todesstoß versetzt worden, denn wer möchte gerne seine Spende zweckentfremdet verschwinden sehen? Dabei stand ein neuer Vorstand für einen dauerhaften Vereinsbestand und eine sofortige Bewilligung konkreter Maßnahmen im Sinne der Vereinssatzung zur Verfügung! Es wäre also keine Auflösung nötig gewesen. Dieser wurde jedoch von dem vorwiegend anwesenden Auflösungslager einfach nicht zur Abstimmung zugelassen. Die gesamte Versammlung wies im Übrigen wieder so viele Verfahrensmängel auf (vorherige schriftliche Stimmabgabe auf unzulässig personifizierten Wahlzetteln, Ablehnung geheimer Abstimmung, etc.), dass eine erneute gerichtliche Annullierung der Liquidierungsentscheidung erwartbar ist. Von kirchlichen Würdenträgern und deren Gefolgsleuten hätte ich kein so demokratieverachtendes Verhalten erwartet, erst recht nicht das dermaßen hasserfüllte Niedermachen der Vereinsbewahrer bei der Versammlung.

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Peschges,
Laudenbach

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