Den Umgang lernen, statt zu verteufeln
Zotzenbach, 11.10.2016
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11.10.2016 05:00
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Zotzenbach. Die Verteufelung von Internet, Facebook, WhatsApp und YouTube einerseits und der unkritische und übermäßige Konsum der technischen Medien andererseits bestimmen häufig die öffentliche Diskussion. Wie mit allen technischen Mitteln kann natürlich auch hiermit Missbrauch getrieben werden. Besser und sinnvoller ist es jedoch, damit maßvoll, aktiv und bewusst umzugehen. Dies war der Grundgedanke der Waldhufenschule (Grundschule) in Zotzenbach mit ihrer Leiterin Andrea Heiß, als sie sich mit der Landesmedienanstalt des Landes Hessen in Verbindung setzte.

Lehrerinnen bilden sich weiter

Zunächst besuchten zwei Lehrerinnen eine Weiterbildung zum Programm „Internet-Abc“, das in den Sachunterricht der 3. Klasse eingebaut werden soll. Die Landesmedienanstalt beauftragte den Verein „Blickwechsel“ eine Institution im Bereich Medien- und Kulturpädagogik. Sie vereinbarten einen Termin an der Schule, an dem nicht nur Kinder, sondern auch deren Eltern die aktive und bewusste Internetnutzung ein großes Stück weit aktiv lernen sollten.

Es ging auch darum, dass Eltern und Kinder Medien gemeinsam nutzen sollen. Nun kam der Tag – genauer der „Internet-Abc-Eltern-Kinder-Nachmittag“ – und über 40 Eltern und Kinder folgten voller Spannung dem Angebot. Die beiden Medienpädagoginnen Gisela Witt aus Mannheim und Vera Borngässer aus Frankfurt, die von „Blickwechsel“ beauftragt worden waren, teilten die Anwesenden in zwei Gruppen ein: In der einen ging es um die sinnvolle Internetnutzung, in der anderen um die Gestaltung von „Trickfilmen“ mit Hilfe einer speziellen Software.

Die beiden Pädagogen führten durch gezielte Fragen ins Thema ein. Schon hier zeigte sich das große Interesse und auch Vorwissen der Kinder über dieses Thema. Die Schule verfügt über zwölf Laptops, an denen die „Trickfilm-Gruppe“ unter Anleitung lernten, einen eigenen „Trickfilm“, also Figuren mit Sprechblasen zu „drehen“.

Mit den Apps „Lego Movie Maker“ (Apple) oder „Stop Motion Studio“ (Android) können Kinder kreativ ihren Laptop oder PC nutzen. In der Internet-Nutzungs-Gruppe lernten Eltern und Kinder, einen Web-Seiten-Check zu machen: Woran erkennt man gute und schlechte Webseiten? Was ist gute und schlechte Werbung? Die Kinder und ihre Eltern haben auch die Möglichkeit, einen Medienvertrag abzuschließen, in dem beispielsweise vereinbart wird, welche Zeiten „smartphonefrei“ sind. Es werden Regeln vereinbart, an die sich Eltern wie Kinder halten sollen.

Hilfreiche Website

Im Internet gibt es eine zentrale Website „Internet-Abc“, die von den Referentinnen vorgestellt wurde, und in der alle Lernmodule von den Schülern erarbeitet werden können. Sie zeigen, wie das Internet funktioniert und worauf Kinder und Eltern achten müssen. Die Rubriken: „Unterwegs im Internet“, „Suchen und finden im Internet“, „Die Gefahren wie Betrüger, Viren, Werbung und Einkaufen“, „Selbst aktiv werden (Chat, Instant Messaging und Soziale Netzwerke)“.

Die Schulen können das Internet-Abc-Siegel erwerben und damit unter Beweis stellen, dass die Kinder und auch deren Eltern verantwortungsbewusst und aktiv mit dem Internet umgehen können. nwg

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11.10.2016 05:00
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