Der Marktplatz bleibt fast menschenleer
Hirschberg/Mannheim, 23.03.2020
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23.03.2020 07:15
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Hirschberg/Mannheim. Strahlender Sonnenschein am Sonntag – und trotzdem waren die Straßen und der Marktplatz in Weinheim weitgehend leer gefegt. Die überwiegende Mehrheit hielt sich an die Beschränkungen, die die Behörden den Bürgerinnen und Bürgern des Rhein-Neckar-Kreises und des Kreises Bergstraße zur Eindämmung des Coronavirus auferlegt hatten. Polizei und Ordnungsdienst zeigten Präsenz auf den Straßen, hatten aber nach Auskunft der Pressestellen nicht allzu viel zu tun.

Zu Beginn des Wochenendes allerdings sah die Sache noch ganz anders aus. Seit dem Wochenende dürfen in Baden-Württemberg keine öffentlichen Zusammenkünfte und Ansammlungen von mehr als drei Personen mehr stattfinden. Trotzdem feierten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim einige in der Nacht auf Samstag munter weiter. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, wurde die sichtbare Polizeipräsenz seit Freitag stark erhöht, um die Allgemeinverfügungen konsequent durchzusetzen. Verstöße und Straftaten gegen das Infektionsschutzgesetz wurden konsequent geahndet.

„Und auch in der Nacht von Freitag auf Samstag gab es leider zahlreiche Unbelehrbare und sich der Folgen nicht bewusste Menschenansammlungen, überwiegend von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich nicht um das Wohl der Allgemeinheit scherten und sich auch noch teilweise uneinsichtig zeigten“, schreibt die Polizei.

Feiernde an Tankstellen und Skaterparks, auf Parkplätzen und Parkanlagen, an Sportanlagen und -hallen sowie an Waldparkplätzen, überall wurden kleine und größere Gruppen bis zu 15 Personen angetroffen. Drei „Coronapartys“ musste die Polizei im Revierbereich Weinheim auflösen, eine davon am Sportzentrum in Hirschberg.

Das Polizeipräsidium Mannheim registrierte insgesamt ein Dutzend solcher Partys, dabei wurden insgesamt 77 Personen angetroffen. Gegen die Teilnehmer werden Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

Im Rahmen der Präsenzstreife mussten auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, die auf eigentlich geschlossenen Spielplätzen angetroffen wurden, auf die derzeit geltenden Regeln hingewiesen werden, sie wurden in die Obhut der ebenfalls informierten Erziehungsberechtigten gegeben. 

Im Kreis Bergstraße informierte Landrat Christian Engelhardt in seinem Facebook-Livevideo am Samstag darüber, dass die Notbetreuung an Schulen und Kindergärten im Kreis ausgeweitet wurde. Nun reicht es aus, wenn nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf tätig ist, um die Kinder in die Obhut geben zu können. vmr

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