Deutlicher Anstieg wird erwartet
Region, 01.04.2020
Diesen Artikel
01.04.2020 04:00
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
10

Region. Derzeit bereitet sich das Coronavirus europaweit mit exponentieller Geschwindigkeit aus. Um die Ausbreitung in Deutschland zu verlangsamen, wurden von der Politik bereits weitreichende Maßnahmen ergriffen. Auch die Bundesagentur für Arbeit hat bereits mit verschiedenen Maßnahmen reagiert, unter anderem wurde der persönliche Publikumsverkehr – auch in Südhessen – eingestellt, heißt es in einer Pressemitteilung der Darmstädter Agentur für Arbeit zur Arbeitsmarktentwicklung im März.

Die Gewährleistung von Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld habe in Zeiten eines weitgehend eingeschränkten Kundenverkehrs oberste Priorität. „Wir tun daher alles, um so schnell und so unbürokratisch wie möglich zu unterstützen. Und somit gehört zu unseren momentanen Schwerpunktaufgaben die telefonische Entgegennahme von Arbeitnehmeranliegen wie Arbeitslosmeldungen und die Beantwortung von Fragen zur Arbeitslosigkeit und die Beratung von Arbeitgebern zur Kurzarbeit. Durch interne personelle Umschichtungen und Schulung von fachfremden Kolleginnen und Kollegen sind wir an Werktagen von 8 bis 18 Uhr für unsere Kunden telefonisch erreichbar. Wer uns zu den Stoßzeiten nicht erreichen sollte und eine Nachricht hinterlässt, wird zurückgerufen“, verspricht Birgit Förster, Vorsitzende der Agentur für Arbeit in Darmstadt.

Im März waren in deren Bezirk 19 032 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 301 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt bei 4,2 Prozent. Im Vorjahr waren ebenfalls 4,2 Prozent erwerbslos.

„Die Arbeitslosenzahlen im März bilden die aktuelle Entwicklung noch nicht ab, da die Daten immer Mitte des Monats, also letztmalig zum 12. März, erhoben wurden. Erst mit den Zahlen ab April werden wir Veränderungen erkennen und ich rechne mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen aus. Die Unternehmen betreiben eine verantwortungsvolle Personalpolitik und unternehmen alles, um ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. Ein probates Mittel stellt die Anmeldung von Kurzarbeit dar“, erläutert Förster.

Im März waren im Landkreis Bergstraße 5033 (Vormonat 5124 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 91 Personen (1,8 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand 5220) sank die Arbeitslosenzahl um 187 Personen (3,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 3,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,6 Prozent.

Die südhessischen Betriebe und Verwaltungen meldeten im März 1257 neu zu besetzende sozialversicherungspflichtige Stellen, 303 weniger im Vergleich zum Januar und 425 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt waren im März 5766 offene Stellen im Bestand, also 158 mehr als noch vor einem Monat und 413 weniger als vor einem Jahr.

SOCIAL BOOKMARKS
01.04.2020 04:00
Drucken Vorlesen Senden
Ihre Meinung interessiert uns