Die Reaktivierung soll priorisiert werden
Wald-Michelbach, 16.07.2020
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16.07.2020 05:00
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Wald-Michelbach. Die IG Pro Schiene und die Wählergruppe Bürger für Wald-Michelbach (BfW) haben sich über die Fortschreibung des Nahverkehrsplans beraten. Das zentrale Thema war die Reaktivierung der Überwaldbahn. „Denn wenn die ökologische Verkehrswende im Kreis ernst gemeint ist, dann kommt man an dem Thema nicht vorbei“, betonen die beiden Gesprächspartner in einer Pressemitteilung.

In Anbetracht der Bedeutung der Entwicklung einer klimafreundlichen Mobilität im Überwald fordern sie, die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, mit einer Nutzen-Kosten-Analyse im Nahverkehrsplan, zu priorisieren. Damit soll die Reaktivierung zeitgemäß gewürdigt werden.

Viel Zeit vergangen

„Wenn man bedenkt, wie viel Zeit nach dem Gutachten von Ulrich Grosse aus dem Jahr 2000 inzwischen vergangen ist, dann hat die Aufnahme eines Prüfauftrags in den Nahverkehrsplan ohne weitere Priorisierung mehr kosmetischen Charakter“, erklärt Sven Grahner von der IG Pro Schiene. Grahner weiter: „Es gilt so schnell als möglich eine Grundlage für die Kreispolitik zu schaffen, um anschließend alle weiteren Schritte für eine Betriebsaufnahme einleiten zu können.“

Im Rahmen des Treffens stand unter anderem der Besuch des Wald-Michelbacher Einkaufszentrums am Bahndamm auf der Tagesordnung. Die IG Pro Schiene und BfW halten den Zustand für unhaltbar, dass laut Gebietssteckbrief des Nahverkehrsplans keine Haltestelle innerhalb einer Entfernung von bis zu 200 Metern vorhanden ist.

Um das Einkaufen für die Bürger zu erleichtern, fordern die IG Pro Schiene und die BfW eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe. Dadurch soll der Einkaufs- und Versorgungsverkehr attraktiver gestaltet werden, zumal das Einkaufszentrum durch die Errichtung eines Drogeriemarktes erweitert werde.

„Chance ergreifen“

Bei der Entwicklung eines Betriebskonzeptes für die Überwaldbahn solle auch am Einkaufszentrum ein Haltepunkt für den Zug mit integralem Taktknoten mit den Buslinien eingeplant werden.

„Die Zeit für eine Reaktivierung war noch nie so günstig wie jetzt. Insgesamt möchte das Land Hessen 20 Milliarden Euro in die Bahnstrecken des Landes investieren. Es gilt, diese Chance zu ergreifen, um den Anschluss an die Metropolregion, jenseits der Straßen, nicht zu verschlafen. Eine echte Verkehrswende gelingt nicht ohne die Bahn“, erklären die IG Pro Schiene und BfW abschließend.

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