Die Situation ist noch zu bewältigen
Weinheim/Region, 30.03.2020
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30.03.2020 06:00
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Weinheim/Region. Die Corona-Epidemie ist im Rhein-Neckar-Kreis angekommen. Auch in den GRN-Kliniken Weinheim, Schwetzingen, Sinsheim und Eberbach macht sich dies bemerkbar: Parallel zu den Vorbereitungen für die Isolierung der Corona-Patienten sind bereits die ersten an Covid-19 erkrankten Personen aufgenommen worden. „Bislang sind sowohl die Anzahl der Covid-19-Patienten, als auch der Schweregrad der Fälle noch gut zu beherrschen“, fasst Rüdiger Burger, Geschäftsführer der GRN-Gesundheitszentren Rhein-Neckar die Situation zusammen. „Unser Personal auf den Intensivstationen ist sehr routiniert, weitere, zusätzlich geschulte Ärzte und Pflegekräfte stehen bereit.“

Auch Schutzkleidung – Schutzmäntel, Hauben, Handschuhe, einfacher Mund-Nasen-Schutz und die für den Umgang mit Corona-Patienten vorgeschriebenen sogenannten FFP2-Schutzmasken – sowie Desinfektionsmittel seien knapp, aber derzeit noch ausreichend vorhanden; nachbestellt wurde bereits vor Wochen.

Allerdings gebe es offenbar nach wie vor Probleme mit der Verteilung. Burger: „Bereits seit Tagen wird den Kliniken und Heimen bundesweit versprochen, dass über die Landesregierungen Schutzkleidung verteilt wird; allerdings ist davon bis jetzt nichts im Rhein-Neckar-Kreis angekommen. Glücklicherweise haben wir einige Spenden von größeren und kleineren Unternehmen aus der Region erhalten, sodass wir vorläufig gut über die Runden kommen.“

Besuchsverbot wird respektiert

In allen GRN-Kliniken gilt weiterhin ein Aufnahmestopp für alle Patienten mit verschiebbaren stationären Eingriffen und Behandlungen, die Kliniken für Geriatrische Rehabilitation nehmen keine Rehabilitanden mehr auf. Die Besuchsverbote in allen GRN-Einrichtungen werden demnach von der überwiegenden Mehrheit der Angehörigen und Betreuer respektiert.

Mitarbeitende berichten erfreut, wie kreativ manche Menschen mit der verordneten persönlichen Kontaktsperre umgehen: So kaufte beispielsweise der Bruder einer Bewohnerin des Betreuungszentrums Weinheim ein Seniorenhandy für seine Schwester, richtete es komplett mit SIM-Karte und Kurzwahlnummern für die Familie ein, markierte die Tasten entsprechend und gab das Handy – sehr zur Freude der Schwester und des Betreuungspersonals – mitsamt einem Riesenkarton voller Süßigkeiten am Eingang ab.

Ehrenamtliche gesucht

Durch die Absage von geplanten Operationen und anderen verschiebbaren stationären Aufenthalten wurde klinikintern Ärzte- und Pflegepersonal frei, das, soweit nötig, internistisch-intensivmedizinisch nachgeschult wurde und nun in veränderten Aufgabenbereichen eingesetzt werden kann.

Auf diese Weise konnten personelle Engpässe bislang verhindert werden. „Es gibt aber bereits Kontakte zu medizinischem Fachpersonal außerhalb der Klinik, das sich angeboten hat, ehrenamtlich zu unterstützen“, berichtet Judith Masuch, Leiterin des GRN-Geschäftsbereichs Personalmanagement. „Intern haben wir zudem die Möglichkeit, Teilzeitverträge aufzustocken und Aufgaben anders zu verteilen. Je nachdem, wie sich die Situation verändert, können wir in einigen Tagen oder Wochen eventuell ehrenamtliche Unterstützung in verschiedenen Bereichen gebrauchen“, ergänzt sie. Interessierte können sich über ein Kontaktformular auf der GRN-Website (www.grn.de) für eine ehrenamtliche Tätigkeit registrieren. Und wie sieht es mit der Solidarität seitens der Bevölkerung aus? Bereits in den vergangenen Tagen gab es viel Unterstützung für die Ärzte- und Pflegeteams an allen GRN-Standorten. Der Zuspruch aus der Bevölkerung des Rhein-Neckar-Kreises reiche von den bereits erwähnten Spenden von Schutzkleidung über Mutmach-Pizza bis hin zur Nachbarschaftshilfe in Form von Kuchenspenden. Positive Rückmeldungen erreichen die GRN-Mitarbeitenden auch über die Sozialen Medien.

All das komme laut Burger bei den Helfern vor Ort sehr gut an und lasse darauf hoffen, dass das eintrifft, was eine Mitarbeiterin der GRN-Klinik Weinheim so formuliert: „Dass wir aus dieser Krise die positiven Erfahrungen und den Zusammenhalt auch danach beibehalten.“

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