Eindringlicher Appell an Bürger
Region, 26.10.2020
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26.10.2020 05:15
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Region. Der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Stefan Dallinger, wählt deutliche Worte: „Die Lage ist sehr ernst. Jeder sollte selbstkritisch überprüfen, inwieweit er seine sozialen Kontakte reduzieren kann, um mitzuhelfen, die Ausbreitung des Coronavirus wieder zu verlangsamen“, appelliert er in einem am Sonntag verschickten Schreiben an alle Einwohnerinnen und Einwohner der insgesamt 54 Kommunen in dem Landkreis.

In den vergangenen Tagen ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Heidelberg schnell angestiegen. Im Landkreis wurde der kritische Inzidenzwert von 50 erstmals am vergangenen Samstag, 24. Oktober, überschritten und lag bei 55,1; die Zahl erhöhte sich am Sonntag noch einmal und lag bei 60,2 im Rhein-Neckar-Kreis. Der Stadtkreis Heidelberg zählte einen Wert von 74,3, der Anstieg erklärt sich auch aufgrund gleich mehrerer Fälle in dem Seniorenheim Agaplesion Maria von Graimberg. Dort haben sich nach Auskunft des Landratsamtes 14 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert, weitere Testergebnisse stehen noch aus. Gleiches gilt für ein Seniorenheim in Plankstadt; dort haben sich 32 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert, teilte das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises am Sonntag mit.

Gemeinsam betrachtet liegen Stadt- und Landkreis somit bei einem Wert von 63,4. Die Sieben-Tage-Inzidenz setzt die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl und ist eine wichtige Messzahl für die Bewertung des Infektionsgeschehens.

Verfügung für Kommunen

Nachdem nun im gesamten Rhein-Neckar-Kreis die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten ist, müssen nach einer Vorgabe des Landes Baden-Württemberg gegen den schnellen Anstieg der Infektionsrate weitere beschränkende Maßnahmen ergriffen werden. Diese hat der Rhein-Neckar-Kreis am Wochenende seinen kreisangehörigen Kommunen in Form einer Musterallgemeinverfügung zukommen lassen; in Weinheim tritt diese ab diesem Montag in Kraft (Details dazu auf Seite 8), kreisweit soll die Verfügung spätestens am Dienstag, 27. Oktober, in Kraft treten.

Die Allgemeinverfügung hat nach Auskunft des Landratsamts zunächst eine Gültigkeit bis zum 31. Dezember 2020. Die darin aufgeführten Regelungen werden in Abhängigkeit des Infektionsgeschehens und der gültigen Landes- beziehungsweise Bundesverordnungen regelmäßig durch die Behörde in Heidelberg überprüft.

Rekordwert im Kreis Bergstraße

Währenddessen dringt das Coronavirus im Kreis Bergstraße weiter rasant in alle Bereiche des Lebens und auch in weitere öffentliche Einrichtungen ein. Am Samstag vermeldete das Landratsamt einen neuen Rekordwert mit 76 Neuinfektionen – erstmals gab es auch Coronafälle an der Martin-Luther-Schule in Rimbach (MLS) sowie an der Eugen-Bachmann-Schule in Wald-Michelbach (EBS). Zudem wurde ein Ausbruch des Virus in einem Pflegeheim in der Gemeinde Grasellenbach festgestellt. Wie gefährlich das SARS-CoV-2-Virus ist, zeigte sich an einem weiteren Todesfall, dem bislang siebten im Kreis Bergstraße seit Beginn der Pandemie. Dort starb im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung ein 85-jähriger Bewohner eines Pflegeheims. sf/jün

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