Eine Ode an den Baggerfahrer
Oberflockenbach, 19.09.2022
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19.09.2022 05:20
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Leserbrief
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Oberflockenbach. Baggerfahrer müsste man sein, man würde in Oberflockenbach am Ende gar ein Denkmal bekommen. Nicht nur, weil man durch seine fleißige Arbeit dazu beigetragen hat, dass die verhasste Vollsperrung an der Ecke Großsachsener und Cestarostraße endlich Geschichte ist, sondern auch deshalb, weil man zum tragischen Helden der diesjährigen Kerwe wurde.

Aber der Reihe nach: Beim Kerweumzug am Sonntagnachmittag von Wünschmichelbach über Steinklingen nach Oberflockenbach ließen sich die Teilnehmer ihre Fahrt auch durch den Regen und die kühlen Temperaturen nicht vermiesen. Bester Laune war nicht nur Kerweparre Simon Klinger auf seiner Parre-Karre, nein, ausgelassen feierten die Mitglieder es TV Oberflockenbach und die Handballerinnen der HSG Weinheim-Oberflockenbach jubelten über ihren „Uffschdieg 2021/22“, wie auf einem Transparent zu lesen war.

Dass man sowohl beim Umzug als auch auf dem Kerweplatz viele Männer und Frauen mit knalligen Baustellen-Westen, Helmen und Stiefeln sah, war irgendwie klar. Doch Kerweparre Simon hatte bei seiner Predigt im rappelvollen Festzelt eine besondere Anekdote aus der Baustellenzeit parat. Eine Oberwünschsteinbacherin soll, so will es die Geschichte, einen der Baggerfahrer gebeten haben, nach Feierabend noch ihren Garten umzugraben. Das ging aber nach hinten los, berichtete Klinger. Der Baggerfahrer wurde angeschwärzt und verlor – so jedenfalls die Schilderung von Simon Klinger – seinen Job. Eine neue Stelle hat er offenbar gefunden. Trotzdem Simon Klingers Rat an alle Männer: Baggern solle man bei besagter Dame lieber nicht – „neddemol fa Geld“.

Heiter ging’s weiter mit der Predigt. Da war die Rede vom Hochzeitstag an Nikolaus, den der eine oder andere Oberflockenbacher aber leider auf den 5. und nicht auf den 6. Dezember datierte, weshalb es mit der kulinarischen Überraschung für die Ehefrau nicht ganz so gut klappte. Von Benzinprellerinnen war die Rede, die mit einem geliehnen Auto so beschäftigt waren, dass sie glatt vergessen hatten, an der Tankstelle zu bezahlen. Und dann entdeckte ein Bewohner des Ortes auch noch das teuerste Bier der Welt. Satte 300 Euro – allerdings nicht die Flasche, sondern das Bußgeld für den Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz.

Am heutigen Montag geht die Kerwe gemütlich zu Ende. Um 18 Uhr wird die Kerwe im Sängerzelt auf dem Festplatz wieder vergraben. Bis zum nächsten Jahr. In der Zwischenzeit, das ist sicher, wird sich in Oberflockenbach wieder einiges zutragen – nur hoffentlich, darin sind sich viele einig, keine neue Baustelle eingerichtet. vmr

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