Eine stabile Struktur hat oberste Priorität
Region, 31.03.2020
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31.03.2020 04:00
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Region. Zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit des DRK-Kreisverbands Mannheim hat Präsident Frank Berner bereits am 17. März die Krise festgestellt und ein Krisenmanagement ins Leben gerufen. Dieses besteht aus einem Krisenmanager und dem Einsatzstab, der sich schon seit Wochen auf einen möglichen Einsatz unter Bündelung der entsprechend ausgebildeten Kräfte aus Haupt- und Ehrenamt in enger Abstimmung miteinander vorbereitet und seine Arbeit in den Unterrichtsräumen des Fachbereichs „Erste Hilfe und Mehr“ in Mannheim aufgenommen hat. Damit wird auch eine räumliche Aufteilung der Verwaltung, um das Ansteckungs- und Ausfallrisiko zu minimieren, erreicht. Das teilt der DRK-Kreisverband in einer Pressemitteilung mit.

Ziel des Krisenstabs ist es, den Kreisverband in seinem Tagesgeschäft handlungsfähig zu halten und zugleich vorbereitende Maßnahmen zu ergreifen, um die Herausforderungen, vor die Covid-19 das DRK noch stellen wird, zu meistern.

Geänderte Einsatztaktik

Der DRK-Kreisverband Mannheim hält sich an die Vorgaben des RKI (Robert-Koch-Institut) und des Einsatzstabes des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg und gibt dies in seine Strukturen weiter. Auch im Rettungsdienst und Katastrophenschutz richtet man sich nach den Empfehlungen des RKI. Das Abfrageschema der ILS (Integrierten Leitstelle) wurde angepasst, um Verdachtsfälle möglichst früh zu erkennen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Material und Ressourcen werden geschützt und keine Praktikanten mehr eingesetzt. „Auch die Einsatztaktik haben wir dahingehend geändert, dass sich zunächst nur ein DRK-Helfer einem Patienten nähert – sofern es der gesundheitliche Zustand zulässt –, um die Lage zu klären und eine Gefährdung auszuschließen“, erklärt Rettungsdienstleiter Andreas Schott. „Erst wenn gesichert ist, dass ein Covid-19-Verdacht ausgeschlossen ist, kommen weitere Helfer des Rettungsteams hinzu.“

Außerdem hat man eine zentrale Desinfektionsbereitschaft eingerichtet, um die Einsatzfähigkeit zu erhalten. Dadurch könne man die Desinfektionsmaßnahmen besser organisieren und die Fahrzeuge schneller wieder in den Einsatz bringen. Anstehende Bereitschaftsabende, JRK-Gruppenstunden, Fort- und Ausbildungen für Haupt- und Ehrenamt fallen bis auf Weiteres aus. „Dadurch möchten wir vermeiden, dass wir unsere Einsatzeinheiten lahmlegen. Die Aufrechterhaltung unserer Einsatzstrukturen muss eine hohe Priorität haben, sodass wir in voller Stärke zur Verfügung stehen, wenn wir gebraucht werden“, erklärt Michael Höhne, Kreisbereitschaftsleiter im DRK-Kreisverband Mannheim. Zur Überbrückung der Zeit ohne Gruppenabend steht den Helfern zum Beispiel der DRK-Lerncampus zur Verfügung. Kommende Veranstaltungen, Jahresfeste, Begehungen und mehr, zum Beispiel in den Betreuten Wohnanlagen in Mannheim, Schwetzingen, Weinheim und Laudenbach, hat man abgesagt. Die Bewohner unterstützt das DRK mit einem kostenlosen Einkaufsservice. Der Hausnotruf läuft unter der Wahrung der notwendigen Schutzmaßnahmen weiter. Nicht notwendiger direkter Kundenkontakt wird vermieden. Die Hausnotrufzentrale wird bei der Veranlassung eines Notfall- oder Hilfseinsatzes nachfragen, inwieweit im Haus oder in der Wohnung ein Infektionsrisiko besteht.

Blutspenden finden weiter statt

Der Ambulante Pflegedienst in Weinheim übernimmt – unter Berücksichtigung der empfohlenen Schutzmaßnahmen des RKI – weiterhin die Grundpflege und häusliche Krankenpflege. Neue Kunden nimmt das DRK aktuell nur mit einem Schreiben vom Hausarzt auf, dass keine ansteckenden Erkrankungen vorliegen. Die DRK-Tagespflegen, der Tagestreff und die Angehörigengruppen in Weinheim und Mannheim sind vorerst geschlossen. Eine Notfallversorgung einzelner Besucher erfolgt bei akutem Bedarf über den Ambulanten Pflegedienst in Weinheim.

Blutspenden finden weiterhin statt. Denn Blutspende ist auch in Krisenzeiten notwendig, um Schwerstkranken und Unfallopfern helfen zu können. Alle Informationen zur aktuellen Information und Termine findet man unter www.blutspende.de

Momentan kann der DRK-Kreisverband Mannheim aufgrund von Corona keine neuen Ehrenamtlichen in seine klassischen ehrenamtlichen Bereiche aufnehmen, da der Regelbetrieb ruht. Wer Hilfsbedürftigen in der aktuellen Situation helfen möchte, kann sich gerne unter www.metropolhelfer.de registrieren. Das DRK koordiniert die Hilfsangebote über diese Plattform.

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