Eingriff in die Natur
01.12.2018
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01.12.2018 05:00
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Leserbrief
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Steinbruch dehnt sich nach Süden aus

WN/OZ vom 7. November

Wir als Anwohner der Juhöhe sind seit Jahrzehnten von den Auswirkungen des Granitabbaus im Heppenheim-Sonderbacher Steinbruch betroffen. Die in der Regel zweimal wöchentlich stattfindenden Sprengungen erschüttern unsere Häuser in extremer Weise. Nun plant die Firma Röhrig Granit, den Steinbruch in Richtung Juhöhe zu erweitern. Hierzu sollen 6,2 Hektar Schutzwald zerstört werden. Die Rodung dieser Waldfläche (mit zum Teil mehr als 100 Jahre alten Buchen und Nadelbäumen) stellt einen vernichtenden Eingriff in die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich einer Veränderung des Mikroklimas dar. Die Zerstörung eines solch sensiblen Bereiches der Natur aus kommerziellen Interessen ist durch nichts zu rechtfertigen. Dieser Verlust kann auch über eine geplante Wiederaufforstung an anderer Stelle niemals ausgeglichen werden. Nach der Rodung von 6,2 Hektar Schutzwald soll der Steinbruch in Richtung Juhöhe ausgeweitet werden. Die Steinbruchgrenze soll hierbei von zurzeit 500 auf 380 Meter an den Ortsrand heranrücken. Diese weitere Ausdehnung bringt neben zunehmenden Erschütterungen eine zusätzliche Erhöhung der Lärm- und Staubemissionen mit sich. Ich kann den Vertrauensverlust der Bürger in die Politik gut verstehen, wenn (wie hier) solche zerstörerischen Eingriffe in die Natur von der Politik abgesegnet werden. Auch die Gewerbesteuereinnahmen sowie das Mäzenatentum der Firma Röhrig (für die Vereine und besonders für die Umweltverbände) darf kein Argument für eine Erweiterung darstellen. Ebenfalls rechtfertigt der Erhalt von Arbeitsplätzen einen solchem irreversiblen Eingriff in die Natur nicht. Der Flächenverbrauch durch Industrie- und Neubaugebiete wird immer eklatanter. Daher ist eine weitere Zerstörung der Umwelt nicht akzeptabel. Wir haben in diesem Sommer alle die Auswirkungen des Klimawandels erlebt und jede weitere Wunde, die wir der Natur zufügen, wird diesen beschleunigen. Aus meiner Sicht hat der Eingriff an dieser sensiblen Stelle schwerwiegende Folgen. Der Verlust an Wald, die Beeinträchtigung von Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt der Anwohner sind durch kommerzielle Interessen einer einzelnen Firma nicht zu rechtfertigen. Ich hoffe, dass es noch mehr Mitbürger gibt, die sich vehement gegen diese Ausbaupläne stellen werden.

Karlheinz Wolf, Mörlenbach

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