Erstaunt und verärgert
11.01.2020
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11.01.2020 05:00
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Leserbrief

Nicht so hoch und nur fünf Wohnungen

OZ vom 20. Dezember

Wie der Rimbacher Bürgermeister bei der letzten Gemeindevertretersitzung ausführte, muss er den Willen von 8656 Bürgern umsetzen. Das bedeutet, er muss sich dafür einsetzen, dass in einem durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägtem Gebiet ein Gebäude mit bis zu 300 m2 Grund- und bis zu 800 m2 Wohnfläche gebaut werden kann. Uns, die 30 Bürger, die gegen das Bauvorhaben Einspruch erhoben haben, hat er übrigens nicht gefragt. Ob er die restlichen 8626 Bürger gefragt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Bekannt ist nur, dass das Abstimmungsergebnis im Gemeinderat mit 12 zu 9 weit von einem Kantersieg entfernt war. Von den Befürwortern wird dieses Vorhaben mit den Zielen der Gemeinde nach Innenverdichtung, Ortskernbelebung und steigenden Zuzugszahlen begründet.

Bei diesen hehren Zielen waren unsere von Mietern und Anliegern des „Lehrerwohnblocks“ mehrfach vorgebrachten Einsprüche gegen das Bauvorhaben chancenlos. Unsere wichtigsten Einspruchsgründe waren und sind: Einhaltung eines größeren Pietätabstandes zum Friedhof. Richtgröße sollte hier der in Baden-Württemberg vorgeschriebene Abstand von 10 Metern sein. Höchstens eine gebietsübliche Bebauung mit einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Ausreichende Zahl an Privatparkplätzen, um zusätzliche Verkehrsgefahren und -staus auf der Pestalozzistraße zu vermeiden. Einbindung der Mieter des „Lehrerwohnblocks“ in die Planung. Wir Mieter haben aus der Zeitung und später aus den Planungsunterlagen von dem Bauvorhaben erfahren. Erstaunt und verärgert haben wir dabei zur Kenntnis genommen, dass unser seit Jahrzehnten zur Verfügung stehender Garten als Brache bezeichnet wird. Diese Gartenfläche soll nun mit einem großen Wohnblock bebaut werden, und das alles „unter Wahrung der Wohnqualität“. Die bei der letzten Gemeindevertretersitzung vorgebrachten tatsächlich zu erwartenden Einflüsse auf uns Mieter wurden von den Fraktionssprechern von SPD und FDP empört zurückgewiesen. Im Gegensatz zu den anderen Parteien haben sich SPD- und FDP-Abgeordnete bei uns noch nicht gemeldet, um sich ein Bild von den tatsächlichen Gegebenheiten zu machen. Leider verweisen sie da lieber auf die 8656 Bürger, die sie angeblich vertreten.

Erich Klement, Rimbach

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