Es geht weiter auf dem „Pastoralen Weg“
20.07.2020
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20.07.2020 05:10
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Gorxheimertal/Birkenau/Überwald. Bischof Dr. Peter Kohlgraf startete im Frühjahr 2019 den sogenannten „Pastoralen Weg“ im Bistum Mainz. Ziel dabei ist es, die Kirche weiterzuentwickeln. Bis zum Jahr 2021 sind die Menschen in den Dekanaten dazu aufgefordert, zukunftsfähige Konzepte für neue pastorale Räume zu entwickeln, wie es in der Mitteilung des Katholischen Dekanats Bergstraße-Ost heißt. Ein wichtiger Teil dieses Wegs sei es, auf die Menschen zu hören. Die Themen der Welt und ihrer Menschen sollen zu Themen der Kirche werden. Die erarbeiteten Leitsätze des „Pastoralen Wegs“ halten eine breite Beteiligung der Gemeindemitglieder – kirchlich und kommunal – für unabdingbar. Dies wurde in den vergangenen Wochen durch die Corona-Krise stark eingeschränkt. Derzeit stecke man aber wieder mitten in der Umsetzung, wie die Koordinatorin für den „Pastoralen Weg“, Silvia Schoeneck, mitteilt. So ist es nun Aufgabe der Pfarrgemeinderäte, die Menschen in der Gemeinde in Interviews zu für sie wichtigen Themen zu befragen.

Die Kommunen im Blick

Seit dem Start im Jahr 2019 hat sich ein gegründetes Dekanatsprojektteam mit verschiedenen statistischen Daten der einzelnen Kommunen beschäftigt. Die Daten wurden ausgewertet und aufbereitet. „Die Beschäftigung mit den Daten bringt eine völlig neue Sicht auf die Lebensräume, Pfarreien und die Bedürfnisse der Menschen. Es stand explizit auch nicht das katholische Leben im Vordergrund, sondern Fragen nach den Lebensbedingungen vor Ort, nach konkreten Herausforderungen für die jeweilige Kommune und deren Besonderheiten“, wie es in der Mitteilung des Dekanats Bergstraße-Ost heißt.

Als ein wichtiges Thema der Kommunen zeichne sich die hohe Zahl der Pendler ab. „Die meisten Gemeinden sind Wohnorte. Etwa ein Drittel der Menschen – zum Teil auch der Kinder und Jugendlichen ab Klasse 5 – pendeln zur Arbeit beziehungsweise zur Schule und müssen dafür entsprechend zusätzliche Zeit aufbringen“, heißt es weiter. Jedoch seien der Bezug der Menschen und die Identifikation mit ihrem Wohnort sehr hoch, was sich durch die zahlreichen Vereine und Verbände ergebe. „In dieser Verbundenheit könnte auch ein großes Potenzial für kirchliches Leben und Engagement liegen.“ In nur wenigen Kommunen könne neuer Wohnraum insbesondere für Familien erschlossen werden. Ohne diese Familien bleibe aber der Altersdurchschnitt der Bevölkerung hoch.

Derzeit in der Interviewphase

Die Ergebnisse liefern den Pfarrgemeinden wertvolle Anregungen für die weiteren Planungen. Sie werden nun in die Gemeinden für deren Weiterarbeit zurückgemeldet. Ergänzt werden sie durch Umfragen und Interviews in den jeweiligen Ortsgemeinden.

Beim jüngsten Treffen des Dekanatsprojektteams Ende Juni wurde beschlossen, die vor Ostern begonnene Arbeit im „Pastoralen Weg“ wieder konkret aufzugreifen und nun in die Interviewphase einzusteigen. Gemeinsam wurde ein Interviewleitfaden entwickelt. Schließlich wurden insgesamt 500 Leitfäden an die sieben Gesamtpfarrgemeinderäte des Dekanats Bergstraße-Ost, das sich von Birkenau bis Wald-Michelbach mit dem Neckartal erstreckt, übermittelt. Die Pfarrgemeinderäte übernehmen die Aufgabe, die Interviews zu führen. Außerdem wurden die Interviewleitfäden an acht katholische Kindertagesstätten übermittelt.

Die Fragen sollen bewusst nicht in Form eines Fragebogens, sondern als „echte“ Gespräche unter Berücksichtigung der Hygieneregeln geführt werden – „im Prozess eines Gesprächs können die Befragten besser loswerden, was sie bewegt“, erklärt Schoeneck. Ziel sei es, herauszufinden, was die Menschen brauchen und wie Glaube und Kirche sie dabei unterstützen können, damit die Kirche im Leben der Menschen nicht an Relevanz verliere.

Antworten sind anonym

Durch zwölf Fragen, die anonym beantwortet werden, aus insgesamt sechs Themengebieten, soll herausgefunden werden, was die Menschen persönlich beschäftigt. Dabei spielen die Themengebiete „Alltag“ , „Glück“, „Unglück/Ängste“ genauso eine Rolle wie Fragen in den Bereichen „Gemeinschaft“, „Glaube“ und „Kirche“.

Im Juli und August sollen die Interviews innerhalb der Gemeinden geführt werden. Bis Mitte September soll dann die Auswertung erfolgen. „Die Interviews und die Auswertung bilden die Basis für die Überlegungen, was in den Pfarreien zu ändern wäre und wie man die Bedürfnisse der Menschen mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, befriedigen kann“, sagt Schoeneck abschließend. awe

Info

Anregungen und Fragen beantwortet die Koordinatorin für den „Pastoralen Weg“, Silvia Schoeneck (E-Mail  Silvia.Schoeneck@Bisdtum-Mainz.de), sowie die Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats und Pastoralteams in den jeweiligen Gemeinden.

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