Falsche Haken und ein richtiger Zapfhahn
Hemsbach, 05.08.2017
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05.08.2017 05:15
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Hemsbach. Kurz vor acht hing gestern Abend der Kerwekranz mit der Schlumbl in lichter Höhe – untrügliches Zeichen dafür, dass die Hemsbacher Kerwe eröffnet ist. Das Auftaktzeremoniell verfolgten einige hundert gut gelaunter Gäste auf dem Rathausvorplatz.

Fast schon ein fester Programmpunkt beim Start des Volksfestes: Probleme beim „Hissen“ des Kerwekranzes. Der Knoten im Seil, der Bürgermeister Jürgen Kirchner im vergangenen Jahr das Hochziehen verleidete, machte dieses Jahr keinen Ärger. Dafür hatten die Kerweborschd die Schlumbl, das Kerwemaskottchen, aber am falschen Haken aufgehängt, was bei Kerwevereinschef Markus Fleischhauer ungute Erinnerungen an raue Sitten im Mittelalter hervorrief. Im dritten Anlauf war der richtige Aufhänger gefunden, der die „Bob“ nicht wie stranguliert aussehen ließ.

Bürgermeister Jürgen Kirchner bewies in dieser Disziplin Kondition, scheiterte allerdings kurz danach am traditionellen Fassbieranstich. Der Zapfhahn wollte einfach nicht halten. Kirchners Empfehlung an die Umstehenden, etwas mehr Abstand zu halten, erwies sich dann aber als unbegründet. Glücklicherweise hatte die Bierfirma eine Fachkraft abgestellt, der es gelang, den Zapfhahn mit der Hand zu verankern.

Highway to hell

Das Eröffnungszeremoniell hatte eine gute Stunde zuvor an der TV-Halle begonnen. Von dort zogen die Kerwehonoratioren an den Cäsar-Oppenheimer-Platz und befreiten die vor Kurzem umgebettete Schlumbl aus ihrem Grab. Dann ging es zum Rathausplatz, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr vorweg. Die Gruppe um Thomas Nischwitz sorgte dort mit einer ganz eigenen Interpretation des Heavy-Metal-Klassikers „Highway to hell“ für Frohsinn. Das Badener Lied fand allerdings erkennbar mehr Anklang. Im Dreivierteltakt des „Sommermorgenwalzers“ waren die Trachtenträger der befreundeten Heimat- und Kerwevereine zuvor über die Bühne gefegt.

Kerwevereinschef Markus Fleischhauer freute sich, dass sich mit zwei neuen Straußwirtschaften in der Herrengasse und weiteren Angeboten der Essensnotstand, der im vergangenen Jahr am Kerwemontag ausgebrochen war, nicht wiederholen werde. Hemsbach sei schließlich seinem Ruf verpflichtet, die „urigste Kerwe an der Bergstraße“ zu haben. Da konnte er auch gnädig darüber hinwegsehen, dass ein gewisser Donald Trump seinen Slogan „Make the Kerwe great again“ abgewandelt kopiert hatte.

Das Zeremoniell klappte wie am Schnürchen: Erster Kerweborschd Jerome Fetsch wurde von Kerweparrer Thorsten Rheinfrank mit der Schlumbl verheiratet. Es folgten Grußworte von Weinkönigin Annika, des Laudenbacher Kerwevereinschefs Jörg Stigler und des Sulzbacher Kerweparrers Matthias Seiler.

Die offizielle Eröffnung der 42. Hemsbacher Kerwe nahm schließlich Bürgermeister Kirchner vor, der auch Gäste aus der englischen Partnerstadt Wareham begrüßte. Es sei alles getan worden, „damit Ihr Euch wohlfühlt“, sagte er und hoffte auf einen friedlichen Verlauf des Volksfestes. Seine Botschaft: „Die Kerwe sind wir.“ Am Sonntag bei der Kerwerede werde er auf jeden Fall dabei sein, kündigte Bürgermeister Kirchner an. Schlimmer als ein Fassbieranstich kann das schließlich auch nicht werden. maz

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