Freudenberg: gute Bilanz, schlechte Aussichten
Weinheim, 01.04.2020
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01.04.2020 11:00
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Weinheim. Der Weinheimer Technologiekonzern Freudenberg hat 2019 – wie im Vorjahr – einen Umsatz von 9,5 Milliarden Euro erzielt. Der Gewinn stieg von 602,4 auf 610,6 Millionen Euro. Diese positive Bilanz stellte das Unternehmen am Mittwoch schriftlich vor – die sonst übliche Bilanzpressekonferenz im Weinheimer Hermannshof war schon vor einigen Wochen abgesagt worden.

Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind allerdings geprägt von der Corona-Krise. „Als Zulieferer stellen wir uns auf schwierige Monate ein“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Mohsen Sohi. Dies gelte global für alle wesentlichen Märkte, ganz besonders für die Automobilindustrie. „Wir werden je nach Verlauf der Krise und unserer Geschäftsentwicklung sehr vorsichtig investieren“, machte Sohi deutlich.

Auf die Frage, wie sich Freudenberg nach der Krise verändert wird, antwortete er: „Wir müssen weiter daran arbeiten, noch diverser, agiler und flexibler zu sein, um auch künftige signifikante Krisen meistern zu können.“ Dabei strebe man ein „ausbalanciertes Portfolio von zyklischen und antizyklischen Geschäften“ an. An der Strategie, jeweils ein Drittel des Geschäftes in Amerika, Europa und Asien zu generieren, halte man fest.

Die Zahl der Freudenberg-Mitarbeiter in Weinheim hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 398 Beschäftigte auf 4329 verringert; der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Verkauf der Geschäftsgruppe Freudenberg IT zurückzuführen.

Zusammen mit den 28 Fremdfirmen, die im Industriepark Weinheim ihren Sitz haben, ist die Zahl der Mitarbeiter am Standort deshalb auch konstant geblieben: 6308 Menschen arbeiten dort (Stand: 31. Dezember 2019). Das sind elf mehr als Ende 2018.

Am Standort Reichelsheim ging die Zahl der Mitarbeiter um 46 auf 559 zurück. Seit Mitte 2019 gilt in Reichelsheim zudem ein Einstellungsstopp.

Auch weltweit ist die Zahl der Beschäftigten, die für Freudenberg arbeiten, zurückgegangen: Waren es Ende 2018 noch 49 137 Menschen, so sank diese Zahl bis Ende 2019 auf 48 851.

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Krise teilte das Unternehmen für den Standort Weinheim mit: „Wir haben sieben Kollegen, die erkrankt sind. Soweit wir wissen, sind zwei davon wieder gesund. Wichtig ist, dass sich kein Mitarbeiter am Arbeitsplatz angesteckt hat. Die meisten der erkrankten Mitarbeiter haben sich im Urlaub in Risikogebieten angesteckt und sind aufgrund der Sicherheitsrichtlinien nach dem Urlaub nicht an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Ansteckung weiterer Kollegen konnte damit verhindert werden.“ pro

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01.04.2020 11:00
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